Schweizerisch-ukrainische Messenger-App sagt WhatsApp Kampf an

Die Firma TIW hat seine Messenger-App «Drotr» vorgestellt. Gegen die übermächtige Konkurrenz von WhatsApp und Co. will sie sich mit einer integrierten Simultanübersetzung behaupten. Das ist alles schön und gut, doch es gibt Zweifel am Geschäftsmodell.

» Von Johannes Brinkmann, sda, 18.05.2017 15:45.

weitere Artikel

Verkehrte Welt: Während die Swisscom ihre Messenger-App iO wegen der harten Konkurrenz durch WhatsApp beerdigt, sagt eine schweizerisch-ukrainische Messenger-App namens Drotr WhatsApp den Kampf an. Punkten will Drotr mit einer Simultanübersetzung.

Ziel der App sei, dass die Menschen sich verständigen können, auch wenn jeder in seiner eigenen Sprache kommuniziere, sagte der Chef der Firma TIW (Technology improves the world), Eugen von Rubinberg, am Donnerstag beim offiziellen Start der App in Zürich. Diese Übersetzungsfunktion biete noch kein anderer Messenger an.

So kann man einen Text beispielsweise auf Russisch schreiben und der Empfänger bekommt ihn übersetzt auf Deutsch. Das funktioniert derzeit für geschriebene Texte in 104 Sprachen. In 44 Sprachen übersetzt Drotr sogar Gespräche von Videokonferenzen simultan. Laufend sollen weitere Sprachen hinzukommen, wie Rubinberg sagt.

Holprige Übersetzungen

In der Praxis hapert es allerdings mit der Qualität, wie bei der Ansprache von Drotr-Erfinder Alexander Konovalov deutlich wurde. Der Ukrainer sprach auf Russisch, die App gab dann beispielsweise Sätze von sich wie: «Um zu beginnen, ich möchte Ihnen sagen, ein bisschen Geschichte.» Oder: «Jetzt möchte ich Headliner Kommunikationsplattform präsentieren.»

Allerdings gab es auch korrekte Übersetzungen. Im grossen und ganzen war einigermassen verständlich, was Konovalov mitteilen wollte. Wir können nicht garantieren, dass Drotr eine absolut fehlerfreie Übersetzung liefert - noch nicht, sagte Konovalov.

Die Übersetzungstechnologie sei noch am Anfang. «Wir sprechen im Moment nicht von einer literarischen Übersetzung oder von Fachbegriffen.» Das erste Ziel sei, dass die Menschen miteinander sprechen. «Auf diesem Niveau sind wir angekommen», sagte Konovalov. Hier sei man Skype oder Google voraus.

Nächste Seite: Hohe Ziele

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.