Schweizer Software-Industrie: Womit wird das meiste Geld verdient?

So tickt die Schweizer Software-Branche. Die stärksten Umsatztreiber hängen vom Marktsegment ab. Dick im Geschäft sind zum Beispiel Integratoren mit 334'023 Franken Jahresumsatz pro Nase.

» Von Michael Kurzidim , 02.11.2016 13:00.

Der Swiss Software Industry Survey (SSIS) nimmt die Schweizer Software-Industrie unter die Lupe: Welches Marktsegment wächst, welches schrumpft? Wo sind die Margen am höchsten? Welche Schweizer Firmen investieren am meisten in R&D?

Der SSIS erscheint zum zweiten Mal. Um die Validität und Relevanz der Umfrageergebnisse zu erhöhen, sind - das ist neu - dieses Mal ICTSwitzerland und das Institut für Wirtschaftsstudien Basel mit im Boot. Der SSIS stützt sich auf eine Datenbank mit etwa 5000 Schweizer Firmenprofilen. 576 Unternehmen haben teilgenommen, 268 Antwortbögen waren komplett ausgefüllt. Soweit zu den Rahmenbedingungen, jetzt zu den Highlights der Umfrage:

  • Die Schweizer Umsatzbringer: Berater, Standard- und Individual-Softwareanbieter erwirtschaften mit 85 Prozent den Löwenanteil der Schweizer Softwerker. Die EBIT-Marge ist mit 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr leicht gefallen. Die höchsten Margen erzielen aktuell die Standard-Software-Anbieter (8,2 Prozent) sowie die Technologie- und Service-Provider (8,1 Prozent). Ordentliche 12 Prozent ihres Umsatzes investiert die Branche im Durchschnitt in R&D.
  • 20 Milliarden Franken: Schweizer Software setzte 2014 mehr als 20 Milliarden Franken um. Das sind 2,5 Prozent der Schweizer Bruttosozialproduktes. 2,5 Prozent aller Arbeitenden sind in der Branche tätig.
  • An Dynamik eingebüsst: Im laufenden Jahr rechnen die Schweizer Software-Firmen mit einem Wachstum von 5 Prozent. Im letzten Jahr waren es noch 12 Prozent. Die Firmen wollen trotzdem neue Mitarbeiter einstellen und setzen - ein Unterschied zu letztem Jahr - mehr auf Festanstellungen als auf Freie.
  • Heimatmarkt Schweiz im Fokus: Stark internationalisiert sind die Schweizer Software-Schmieden nicht. Nur 11,8 Prozent des Umsatzes generiert der Export. Ein Grund: In der Schweiz lässt sich mit helvetischem Prozess- und Reglementierungs-Knowhow punkten. Der wichtigste Aussenhandelspartner ist Deutschland mit 61,3 Prozent. 
  • Warten auf Chancen: Aktiv treiben Schweizer Unternehmen ihre Internationalisierung nicht voran. Sie warten auf günstige Gelegenheiten oder folgen ihren bestehenden Kunden in ausländische Märkte. Denn die Expansion ins Ausland ist mit teilweise hohen Risiken verbunden.

Softwareschmieden (Standard und Individual) und Berater erwirtschaften den Löwenanteil und halten die Schweizer Software-Branche auf Wachstumskurs, obgleich sich das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt hat. Die Standard-Software-Hersteller stecken dabei am meisten in R&D: 23,7 Prozent des Umsatzes, also fast jeder vierte Franken, wird in die Zukunft investiert. 

Den höchsten Umsatz pro Kopf schafft die relativ kleine Gruppe der Software-Integratoren (2,7 Prozent am Gesamtumsatz der Branche). 334'023 Franken zieht jeder Systemintegrator pro Jahr in die Unternehmenskasse. Dann folgen mit grossem Abstand die Technologie-  und Service-Anbieter mit 226'242 Franken und die Berater mit 235'117 Franken.

Also: Werden Sie Software-Integrator, das Gehalt ist gut und die Gelegenheit günstig. 15,7 Prozent der Systemhäuser wollen neues Personal einstellen und setzen dabei vor allem auf Festangestellte, weniger auf freie Mitarbeiter. Auch die Standard- und Individual-Software expandiert, jedoch weniger stark. Nur die Technologie- und Service-Sparte will leicht Personal abbauen.

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