Schweizer meinen: Cloud? Nein danke. On-premise ist es doch am Schönsten.

Computerworld hat 321 CIOs gefragt: Was haltet ihr von der Cloud? Mit dem Ergebnis: Die meisten lassen ihre IT on-premise im eigenen Haus laufen. Das sind die Gründe.

» Von Michael Kurzidim , 18.04.2016 14:35.

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Was haben Schweizer IT-Chefs eigentlich gegen die Cloud? „Ich will die Daten bei mir haben“, sagt Toni Kägi, Leiter Informatikdienste bei der Schmid AG Energy Solutions. Kägi misstraut der Cloud aus mehreren Gründen: „Eine grundsätzliche Garantie, ob bei einem Cloud-Anbieter oder Hoster ihre Daten auch in der Schweiz bleiben, haben Sie nicht“. Zudem droht da noch das Risiko unzuverlässiger Telko-Verbindungen. „Fällt das ERP aus, dann gehen nach einer Stunde alle nach Hause und der Betrieb steht still“.

Schweizer CIOs und IT-Chefs lassen ihre IT am liebsten on-premise laufen (grüner Balken). In die Cloud gehen bislang nur wenige (gelber Balken). Recht beliebt ist der Outsourcing-Betrieb (hellroter Balken). Die kompletten Ergebnisse der CW-Umfrage finden Sie am Artikelende.

Deshalb hat IT-Chef Kägi im Dezember letzten Jahres in neue Server investiert, um den Inhouse-Betrieb auch weiterhin performant garantieren zu können. Eine hybride Lösung, wie sie von einigen Firmen bevorzugt wird – Business-Kritisches läuft on-prem, alles andere in der Cloud – ist für ihn kein Thema und wäre auch gar nicht so leicht zu realisieren. „Wir haben mit Abacus ein Komplettsystem, und eine hybride Architektur macht da keinen Sinn“, so seine Begründung. Als technikaffiner Heizungsbauer hat Schmid Energy Solutions das Know-how und die Kapazitäten im Haus, um seine IT fachmännisch implementieren und warten zu können.

Der Chef installiert selbst

Die gesamte Software on-premise zu betreiben gibt Schweizer IT-Chefs ein starkes Gefühl von Sicherheit und Autarkie. Der Wohlfühlfaktor, alles selbst kontrollieren zu können, ist hoch. Und darauf kommt es Vielen von ihnen wohl an. „Unsere Unternehmens- beziehungsweise IT-Strategie gibt vor, dass wir unter anderem aus Datensicherheits- und Datenschutzgründen keinen kritischen Applikationen und Daten nach extern auslagern“, erklärt Gianni Belotti, Informatik-Leiter bei der Hawa AG, die sogenannte Schiebebeschlagsysteme für Büros, Shopping Center oder Hotels herstellt. Die Produktpalette reicht von Schiebetüren am Möbel bis hin zu hochkomplexen Schiebewandanlagen.

Eigentlich keine Branche, die der höchsten Geheimhaltsstufe unterliegt. Trotzdem geht Belotti lieber auf Nummer sicher und betreibt alle kritischen Applikationen – unter anderem nennt er ERP, CRM, PIM, CAD/CAM, PLM und das DSM/Archiv – bei sich intern. Nur für die Web-Services, dazu zählen Server und Applikationen, macht er eine Ausnahme. Die werden extern gehostet, unter anderem wegen des geforderten 7x24-Stunden-Betriebs. Auch kleinere, unkritische Applikationen hat Belotti in die Cloud gegeben: zum Beispiel Video-Conferencing und das Mobile-Device-Management (MDM).

Nächste Seite: Abneigung gegen die Cloud - warum?

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