SBB-App soll künftig den günstigsten Tarif verrechnen

Die SBB-Mobile-Preview-App soll bald eine neue Funktion erhalten. Analog zu den Applikationen «Lezzgo» oder «Fairtiq» wird der Dienst auf dem Smartphone künftig die Zugfahrt aufzeichnen und hinterher den günstigsten Preis berechnen.

» Von Luca Perler , 27.06.2017 11:20.

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Nachdem bereits einige regionale Verkehrsverbunde Apps lanciert haben, die Tickets anhand der gefahrenen Routen der Zugpassagiere verrechnen, ziehen auch die SBB nach. «Wir setzen auf die automatische Reiseerfassung via Smartphone», bestätigt Christoph Zogg, Verantwortlicher für den digitalen Ticketvertrieb bei den SBB, gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Die App zeichne den gefahrenen Weg auf und kaufe hinterher das richtige Billett. So erhalten Passagiere automatisch den günstigsten Tarif. Vorerst werde die Funktion auf der hauseigenen Experimentier-App «SBB Mobile Preview» aktiviert, die parallel zur normalen SBB-App existiert.

Zwei identisch funktionierende Dienste sind bereits regional im Einsatz – die beiden Apps «Lezzgo» und «Fairtiq». «Lezzgo» hat heute mehr als 10'000 Nutzer, gehört der BLS und bedient ÖV-Kunden im Grossraum Bern und der Innerschweiz. «Fairtiq» ist dagegen in Privatbesitz, verzeichnet bereits rund 30'000 Nutzer und verkauft Zonentickets in der Ostschweiz und in Bern. Beide Dienste sollen im kommenden Jahr auf die gesamte Schweiz ausgeweitet werden, sodass eine Kombination von Strecken- und Zonenkarten möglich sein wird.

Welche App setzt sich durch?

Speziell an der Situation ist, dass neben der BLS und Postauto auch die SBB an der App «Lezzgo» beteiligt sind. «Wir testen zusammen einen verbindlichen Standard, den die Branche künftig anwenden soll», wird BLS-Sprecher Hugo Wyler im Bericht zitiert. Er sei deshalb überrascht, dass die SBB in Zukunft mit einer eigenen App antreten werden. Das sei «nicht die Idee der Kooperation». Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte ein SBB-Sprecher, dass sich «die Branche auf einen gemeinsamen Standard auf der Basis des ‹Lezzgo›-Versuchs» einige. Der beste Standard solle sich demnach durchsetzen.

Gelassen blickt dem Konkurrenzkampf der «Fairtiq»-Erfinder und Hauptaktionär Gian-Mattia Schucan entgegen. «Fairtiq» führe mit den SBB Diskussionen über eine mögliche Zusammenarbeit. Man sei jedoch überzeugt, dass der Markt Platz für mehr als eine Lösung biete. Laut Renato Fasciati, Direktor der Rhätischen Bahn, wird sich in Zukunft eine Anwendung durchsetzen. «Wahrscheinlich werden die SBB eines der beiden bestehenden Systeme, ‹Lezzgo› und ‹Fairtiq›, für ihre Lösung verwenden, wobei wir überzeugt sind, dass «Fairtiq» zurzeit technisch weiter ist», sagte er gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Auf nationaler Ebene laufen derzeit zwei Projekte, die sich mit der Standardisierung des Online-Billettvertriebs befassen, damit Apps wie «Fairtiq» und «Lezzgo» besser funktionieren. «Die Regeln für die automatische Reiseerfassung elektronischer Billette sollen bis Ende Jahr beschlossen sein, sodass jeder Vertriebspartner sie ab 2018 anwenden kann», wird SBB-Digitalchef Zogg im Bericht abschliessend zitiert.

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