SAP-Managing Director Bernd Brandl: «Das ist digitale Transformation»

An einer vertieften Auseinandersetzung mit dem durch die Digitalisierung getriebenen Veränderungsprozess kommt niemand vorbei, sagt der Schweizer SAP-Managing Director Bernd Brandl.

» Von Bernd Brandl, Managing Director SAP (Schweiz) AG, 16.02.2016 18:57.

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Sie ist Thema von zahlreichen Kongressen und Gegenstand von Kursen, Lehr- und Studiengängen, sie beschäftigt Chefetagen, Politik und Verbände: die digitale Transformation ist allgegenwärtig. Mit der Digitalisierung aller Lebensbereiche ist ein Veränderungsprozess im Gang, der in hohem Tempo und mit ungeheurer Wucht einerseits laufend neue Anwendungsbereiche erschliesst, andererseits eine tiefgreifende Veränderung von Lebens- und Arbeitswelten zur Folge hat. Wer da mithalten will, tut gut daran, sich auf diesen Transformationsprozess einzustellen und einzulassen. Nur, worauf einlassen?

Drei zentrale Themenfelder

Nach einem terminologischen und definitorischen Wirrwarr hat sich mittlerweile eine Sichtweise durchgesetzt, die auf einer Studie des MIT Center for Digital Business zusammen mit Capgemini Consulting basiert. Sie hat drei für die digitale Transformation zentrale Themenfelder identifiziert: Customer Experience, Betriebsprozesse und Geschäftsmodelle.

Ein Schlüssel zum Erfolg in der umfassenden Digitalisierung ist das Kundenerlebnis. Auf der einen Seite bieten digitale Technologien die Möglichkeit, das Verständnis für einzelne Kundensegmente oder geografische Märkte mit Hilfe von Analytics zu verbessern. Kundenbedürfnisse lassen sich frühzeitig erkennen und mit massgeschneiderten Produkten nahezu in Echtzeit abdecken. Auf der anderen Seite hat die Zahl der Kundenkontaktpunkte zugenommen. Das wiederum verlangt nach einer Plattform, die in der Lage ist, Geschäftsprozesses der verschiedenen Bereiche (Marketing, Verkauf, Service etc.) zu orchestrieren.

Bei den Betriebsprozessen geht es einerseits um die Automatisierung insbesondere manueller und repetitiver Abläufe, um Effizienzsteigerungspotenziale auszuschöpfen und die Mitarbeitenden für Tätigkeiten mit höherer Wertschöpfung einzusetzen. Andererseits verändern die hohe Mobilität, neue Kollaborationstools und der ungehinderte Zugang zu geschäftlich relevanten Informationen Arbeitsweise und Arbeitsorganisation. Das fordert zwar Führungskräfte, sie bekommen aber auch deutlich bessere Entscheidungsgrundlagen, die nicht mehr auf Annahmen und Erfahrungswerten, sondern auf detaillierten Echtzeitdaten beruhen.

Schliesslich ist mit der Digitalisierung auch eine Veränderung der Geschäftsmodelle verbunden. Neben der Erweiterung traditioneller Geschäftsmodelle um die digitale Komponente – gewissermassen die evolutionäre Form der digitalen Transformation – steht der disruptive Weg im Vordergrund: Geschäftsmodelle, die mit dem, was über viele Jahre als gegeben erachtet wurde, brechen und einen komplett neuen, digitalen Weg gehen. Beliebte Beispiele dafür sind etwa Airbnb, Amazon und Uber.

Vorsorgen statt heilen

Wenn sich eine neue Technologie, ein neuer Ansatz dem ersten Höhepunkt im «Gartner Hype Cycle», dem Gipfel der überzogenen Erwartungen nähert, wird auch der Ruf nach Konkretisierung immer lauter. Was also heisst digitale Transformation ganz konkret in der Praxis?

Aktuell gibt es allein in der Schweiz rund 500‘000 Personen, die an Diabetes erkrankt sind. Die meisten davon leiden am Typ-2-Diabetes, dessen Entwicklung durch Erbfaktoren, Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigt wird. Das ist eine enorme Belastung für das Gesundheitssystem: Weltweit verursacht diese Erkrankung jährliche Kosten von über 500 Milliarden Franken. Vor diesem Hintergrund setzte sich Roche Diabetes Care in Zusammenarbeit mit SAP zum Ziel, so genannte Metaboliker – Menschen, die in der Regel überhöhten Blutdruck, Übergewicht und hohe Blutfettwerte aufweisen –, zu unterstützen, damit sich der Typ-2-Diabetes gar nicht erst ausbildet.

In diesem Bestreben ist eine technische Lösung entstanden, die die Patientendaten über eine mobile App einsammelt und sie über die SAP HANA Cloud Platform zur Verfügung stellt. Das Blutzuckermessgerät der Patienten schickt den aktuellen Blutzuckerwert per Bluetooth aufs Handy. Den Patienten steht es frei, zusätzlich einen Schrittzähler einzubinden, der ihre tägliche Bewegung aufzeichnet. Die Messwerte werden über eine Smartphone-App automatisch auf der Plattform gespeichert und sind auch für den Arzt einsehbar, sofern ihn der Patient autorisiert. Vorteil für den Arzt: Er hat den gesamten Krankheitsverlauf und die beeinflussenden Rahmenparameter wie zum Beispiel den Bewegungsstand in einem internetbasierten Arztportal vor sich, ohne dass der Patient öfter als nötig die Praxis aufsuchen muss.

Der Weg in die neue Welt der digitalisierten Wirtschaft führt über die Anpassung und Neugestaltung von einigen wenigen, dafür umso wichtigeren technologiebasierten Pfeilern. Digitaler Kern ist dabei immer eine neue Generation von ERP-Lösungen. Sie nutzt die In-Memory-Technologie, welche die Unternehmen endgültig vom Batch-Modus und komplexen Prozeduren zur Umschiffung technischer Beschränkungen befreit.

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