Cloud-ERPs - wer hat die Nase vorn?

» Von Michael Kurzidim , 02.02.2015 13:05.

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Unangefochtener Marktführer ist SAP in der Cloud jedoch nicht. Walldorf liefert sich in der Schweiz mit der britischen Sage ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. SAP führt leicht punkto Portfolio-Attraktivität, dafür hat Sage bei der Wettbewerbsstärke die Nase vorn (Sage Office Line 24). Als weltweit grrösster Anbieter für KMU-Software wagte Sage den Schritt in die Cloud später als die Konkurrenz. Das wirkle sich jedoch nicht negativ aus, sagt Giering. Die Hauptmodule Warenwirtschaft und Rechnungswesen liessen sich durch ihren modularen Aufbau zweckentsprechend erweitern und offerierten dadurch einen hohen Funktionsumfang, kombiniert mit grosser Flexibilität. Lediglich die Integration von Social-Funktionalität sei noch nicht umgesetzt.

Sage-Plus: Wartung

Die Möglichkeiten zur Individualisierung seien somit gegeben, resümiert Giering. Mehrmandanten-, Fremdsprachen- und Fremdwährungsfähigkeiten unterstützen Firmen, die international operieren. Jean-Jacques Suter, Country Leader von Sage Schweiz, bringt gegenüber CW einen weiteren Vorteil ins Spiel. Besonders kleineren Firmen biete man nicht nur technischen, sondern auch betriebswirtschaftlichen Support. Bei den Kleineren mache das sogar den Löwenanteil der Wartung aus. Da wird auch schon einmal erklärt, wie man einen Jahresabschluss hinbekommt und was dabei zu beachten ist.

Der Schweizer Anbieter myfactory hat schon sehr früh, also seit 2009, ausschliesslich auf die Cloud gesetzt. Unter anderem CRM und ERP gehören zur Lösungspalette. Damit gehört myfactory zu den Vorreitern in der Schweiz, wo Cloud-ERP und Cloud-CRM lange Zeit nur sehr zögerlich eingesetzt wurden. Aber das eisige Misstrauen gegenüber der Cloud ist über die Jahre geschmolzen. Die Ausdauer von myfactory hat sich gelohnt und trägt mittlerweile reiche Früchte. Heute bedient das Unternehmen 400 Kunden in der Schweiz und etwa 3800 in der gesamten DACH-Region. Der typische Myfactory-Kunde sei ein KMU, das zwischen vier und 20 User beschäftige, sagte CEO David Lauchenauer zu CW. Die meisten buchen das gesamte Software-Portfolio, also unter anderem ERP, CRM, Projektverwaltung, Personalverwaltung und mobile Business-Apps.

Die drei besten Schweizer ERPs

Myfactory wird in der Swisscom-Cloud gehostet. In der ERP-Zufriedenheitsstudie von Trovarit vom Herbst letzten Jahrs gehörte die Firma zusammen mit work4all und Opacc zu den drei besten ERP-Lösungen, die der Schweizer Markt zu bieten hat. Der Schweizer Anbieter Opacc glänzt bei Trovarit vor allem mit einer sehr guten Updaten-Fähigkeit und mobilen Einsatzfähigkeit. Bei Trovarit standen ERP-Lösungen, die in der Cloud und o-premise laufen, auf dem Prüfstand.

Als "Rising Star" im Cloud-ERP-Markt kürt Experton den amerikanischen Software-Anbieter Infor. Die Cloud-Suite, erst seit Anfang dieses Jahres auf dem Markt, sei sehr umfassend aufgestellt und biete unterschiedlichste Module, um den ERP-Bereich angemessen abdecken zu können. Man wollle bei Infor bewusst Applikationen im SaaS-Segment anbieten, die auch mit geschäftskritischen Daten hantieren, um zu beweisen, dass auch in diesem Marktsegment umgedacht werden müsse und die Sicherheit der Daten mittlerweile gewährleistet sei, resümiert Giering.

Der "ganzheitliche Ansatz der Lösung" zeichne sich vor allen Dingen dadurch aus, dass die Individualität der Kunden in ihren ERP-Geschäftsprozessen gewährleistet werden soll. Als einzigen Wermutstropfen bewertet Giering, dass Infor zurzeit noch über die Amazon-Web- Service-Rechenzentren, also im Klartext von den Amerikanern, gehostet werde. Auch an der Wettbewerbsstärke fehlt es selbstredend noch. Infors Cloud-Suite ist ja erst seit wenigen Wochen auf dem Markt.

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