Oracle bringt 'Cloud Machine', frisiert mit Tricks seine Cloud-Umsätze

Oracle erleichtert die Administration hybrider Cloud-Architekturen. Das ist gut. Bei den Cloud-Umsätzen aber trickst die Ellison-Company, wie viele anderen Cloud-Anbieter auch.

» Von Michael Kurzidim , 29.03.2016 18:04.

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Oracles neue 'Cloud Machine' schlägt die Brücke zwischen on-premise aufseiten des Kunden und Oracles Public Cloud. Zwar liefen die in Java programmierten Fusion Apps schon immer auf beiden Seiten der Cloud. Die Cloud Machine aber soll für beliebige Workloads und je nach Business-Anforderung die Migration in die Public Cloud und vice versa stark vereinfachen. Und das für alle drei Cloud-Layer Infrastructure-as-a-Service (IaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS).

Services der 'Cloud Machine'

Oracles Cloud Machine besteht aus den Dienstleistungen: Java Cloud Services (inklusive Load Balancing für Java Apps), Integration, Database und Messaging Cloud Services. Ein Application Container Cloud Service für Java SE und den Applikationsserver Node.js soll in Kürze folgen. Oracle streicht End-to-End-Operations wie Account Management, Konfiguration und Upgrades gross heraus - über on-premise und die Public Cloud hinweg. Die Administration hybrider Clouds wird dadurch wesentlich erleichtert.

Oracle treibt mit seiner 'Cloud Machine' hybride Cloud-Architekturen voran, ist aber nicht der einzige Cloud-Anbieter, der das tut. Der Virtualisierungsmarktführer VMware - zur EMC-Gruppe gehörig - unterstützt hybride Ansätze mit seinem vCloud Air. Eine Kooperation mit IBM ermöglicht es VMware-Kunden darüber hinaus, ihre Virtuellen Maschinen auch in der IBM-Cloud laufen zu lassen. Für VMware ist das ein grosser Schritt nach vorne. Bislang war auf beiden Seiten, also on-premise und der Public Cloud, VMware-Technologie nötig, um Workloads problemlos hin- und herschieben zu können. Jetzt steht VMware-Kunden zumindest auch die IBM-Cloud offen.

Trickserei mit Cloud-Umsätzen

Gartner-Analysten haben aufgedeckt, dass Software-Anbieter in Geschäftsberichten ihre Cloud-Umsätze mit Tricks nach oben rechnen, um Kunden attraktiver zu erscheinen. Oracle ist da leider keine Ausnahme. Im zweiten Finanzquartal meldete Oracle einen Cloud-Umsatz von 650 Millionen US-Dollar. Dazu gerechnet habe der Anbieter aber auch das Leasing von Hardware und verwende sogar den Begriff Subskriptionsumsatz, also den Umsatz mit Software-Lizenzen, als Synonym für Cloud-Erlöse, kritisieren die Gartner-Analysten David Mitchell Smith und Ed Anderson.

Wieder andere Cloud-Anbieter addieren Erlöse aus dem Hosting-Geschäft zum Cloud-Umsatz. Das ältere Hosting und die jüngere Cloud sind aber streng genommen zwei verschiedene Beschaffungsmodelle mit unterschiedlichem Service und anderen Leistungen für den Kunden. Nicht nur Oracle rechnet sich damit seine Cloud-Bilanzen schön, auch bei IBM, Hewlett-Packard Enterprise und Microsoft gibt es laut Gartner Unklarheiten.

Amazon macht Druck

Einzige Ausnahme sei Amazon, betonen Smith und Anderson. Bei Amazon sei alles hundertprozentig Cloud. Der Jahresumsatz liegt bei 7,5 Milliarden Dollar. Damit ist Amazon Cloud-Marktführer und setzt die Konkurrenz unter Druck, die bislang in Sachen Umsatz auf wesentlich kleinerer Flamme kocht. Oracles Cloud-Umsatz von 650 Millionen nimmt sich dagegen, trotz hoher Wachstumsraten, recht bescheiden aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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