Neuer Schwung für alte Software
» Von , 23.06.2009 14:52. Letztes Update, 23.06.2009 14:54.
Alle Funktionen portieren
Die ursprünglich für Mainframes konzipierten Anwendungen lassen sich mit entsprechenden Werkzeugen, zum Beispiel von Micro Focus, ohne Einschränkung ihrer Funktionalität und nahezu ohne Code-Änderungen, auf Windows, Linux oder Unix übertragen. Diese Plattformen repräsentieren nicht nur aktuelle Technologien, sondern lassen sich vor allem deutlich kostengünstiger betreiben. 80 Prozent Einsparung bei Hardware- und Software-Kosten sind hier realistisch. Die Umstellungskosten sind demgegenüber gering. Die wenigen Anpassungen beschränken sich meist auf die Infrastruktur der Applikationen, also auf Batch-Systeme, Scheduler, Druckspooler usw., weil diese Systeme meist auf den Mainframe ausgerichtet sind.
Die Risiken eines derartigen Modernisierungsprojekts sind gering, weil der Kern der Anwendung, die bewährte Business-Logik, weiter zur Verfügung steht. Nach der Portierung läuft die Enterprise-Applikation wie zuvor; oft sogar schneller, weil die Applikation nun die CPU für sich alleine nutzen kann.
Selbst komplexe Mainframe-Applikationen können auf diese Weise ihre technische Basis wechseln, ohne dass sich an ihrer Leistungsfähigkeit etwas ändert. Da die Business-Logik nicht verändert wird, bleibt auch der Business Value der portierten Applikation, also ihr Beitrag zur Wertschöpfung eines Unternehmens, unverändert.
Derart portierte Applikationen lassen sich zwar kostengünstiger und flexibler als vorher betreiben, sie bringen aber keinen Zuwachs an Funktionalität. Sogar ihr Look-and-Feel entspricht dem des vorherigen Host-Systems, sodass in der Regel weitere Anpassungs- und Modernisierungsarbeiten vorgenommen werden müssen.
Modernisieren und erweitern
Auch weitere Anforderungen wie Webanbindung, XML-Output, BlackBerry-Anschluss usw. bedingen keine Änderungen der Business-Logik. Sie lassen sich zwar mit neuen Technologien besser abbilden, setzen aber gut eingespielte, zuverlässige Transaktionsprozesse im Backend voraus - also genau das, was vorhandene Enterprise-Applikationen bieten. Unternehmen können die Vorteile beider IT-Welten nutzen, wenn es ihnen gelingt, beide zu integrieren. Dies ist etwa für Java oder Webservices heute problemlos möglich.
Um aufwendige Entwicklungsarbeiten, die solche Projekte wieder verteuern würden, zu vermeiden, stellen die einschlägigen Anbieter leistungsfähige Werkzeuge zur Verfügung. So bietet Micro Focus Werkzeuge die vorhandene Legacy-Module automatisch kapseln und in eine Komponenten-Architektur, zum Beispiel Java Enterprise Edition (J2EE), überführen. Der Entwicklungsaufwand ist dabei erheblich geringer als bei Neuentwicklungen, zumal man auf diese Weise auch Modernisierungsprojekte durchführen kann, die nur einzelne Bereiche der Applikationen ändern, während andere unverändert weiterlaufen.
Eine hohe Flexibilität lässt sich durch die Integration der bestehenden Enterprise-Applikationen in eine Service-orientierte Architektur (SOA) erreichen. Eine SOA verhält sich definitionsgemäss technologieneutral. Es ist unerheblich, ob die Services als J2EE- oder als Cobol-Komponenten realisiert wurden. Man kann also auf der Ebene der Geschäftsprozesse in Cobol geschriebene Prozessmodule kapseln und über standardisierte Schnittstellen lose verbinden. Sind bewährte Cobol-Komponenten vorhanden, können sie als Services allen Applikationen zur Verfügung gestellt werden - auch ausserhalb der Cobol-Welt, zum Beispiel für Webanwendungen. Die Wiederverwendung von Legacy-Services minimiert die Risiken der Software-Entwicklung und reduziert die Kosten. Zudem lassen sich auch vorhandene Qualifikationen weiter nutzen.
Die Unternehmen haben die Modernisierung ihrer Enterprise-Applikationen lang aufgeschoben. Die IT hatte genug mit anderen Themen zu tun - und die grossen Systeme liefen ja. Diese Politik werden sie nicht mehr allzu lange fortsetzen können, denn der Modernisierungsbedarf ist vorhanden. Angesichts knapper IT-Budgets müssen einerseits alle Gelegenheiten für Einsparungen wahrgenommen werden, andererseits muss mit knappen Mitteln ein möglichst grosser Effekt erzielt werden. Für beide Aufgaben bietet sich die Modernisierung als Strategie an.



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