Mehr Schub für SAP
» Von , 10.11.2009 10:31. Letztes Update, 10.11.2009 10:36.
Performance-Killer gesucht

Das Ergebnis der Analyse: Als Performance-Killer erwiesen sich im Wesentlichen falsch konfigurierte Plattensysteme, instabile Cluster sowie Performance-Probleme im Zusammenhang mit dem Dateisystem ZFS. Darüber hinaus verstärkten sich die jeweiligen Einzelprobleme gegenseitig und belasteten das System unnötig.
VMS vermass das SAP-System während der Neukonfiguration kontinuierlich und kontrollierte die vom Outsourcing-Dienstleister und von SR Technics selbst durchgeführten Stresstests. Diese wurden auf Basis der vorherigen Messungen auf das reale Nutzerverhalten abgestimmt. Die Tests bestanden aus einem Mix der pro Tag am häufigsten durchgeführten 20 SAP-Transaktionen sowie verschiedenen zeitlich passend eingesteuerten Batch-Programmen. Dank der automatisierten und minimalinvasiven Vermessungs-methode konnten zudem Ressourcen für das zeitintensive Testing eingespart werden.
Erst optimieren, dann migrieren
Durch die von den Spezialisten von VMS initiierten Messungen konnten die Systemarchitektur und die Hardware-Konfiguration optimiert sowie das produktive SAP-System auf die neue Hardware migriert werden. «Seitdem sind rasche Antwortzeiten, eine schnelle Batch-Verarbeitung und die hohe Verfügbarkeit aller IT-Prozesse für uns selbstverständlich», sagt Adrian Wirt. Und auch die SAP-Anwender seien zufrieden, hebt er hervor.
Das Fazit des IT-Chefs beim Luftfahrt-Dienstleister fällt daher insgesamt positiv aus. Für den Vice President IT ist auch eine Zusammenarbeit mit VMS in weiteren Projekten denkbar, etwa die Vermessung der künftigen Systemarchitektur bei einem Upgrade von SAP R/3 Enterprise auf SAP ERP 6.0.
SAP-Performance-Killer
Tempobremsen bei SAP-Systemen können viele Ursachen haben. Prof. Dr. Andreas Mielke, Vorstand der auf SAP-Optimierung spezialisierten VMS AG, nennt hier die fünf wichtigsten:
1. Teure SQL-Anweisungen: Häufig werden Performance-Aspekte bei der Programmierung von Datenbankanwendungen nicht ausreichend berücksichtigt. Dies führt in der Folge zu teuren SQL-Anweisungen, die wegen zu hoher Antwortzeiten einzelner Programme den Datenbankserver belasten.
2. Mangelndes Data Volume Management: Das kontinuierliche Wachstum der Datenbank erfordert eine regelmässige Optimierung. Oft wird viel zu lange keine Datenbank-Reorganisation durchgeführt,
sodass die Performance beeinträchtigt ist. Umgekehrt kann wegen zu grosser Tabellen die Reorganisation nicht mehr ohne Performance-Verluste durchgeführt werden. Ein Teufelskreis. Archivierung und Datenvermeidung sind erforderlich.
3. Hardware-Engpässe: Falsch konfigurierte Hardware führt zu PerformanceProblemen. Die Ursachen können verschieden sein: Engpass im SAN, zum Beispiel Hotspots auf einzelne Festplatten, Controller usw. Oder auch ein CPU-Engpass, beispielsweise durch falsche Konfiguration der Work-Prozesse, ungünstige Lastverteilung auf den verschiedenen Servern usw.
4. Lange Netzlaufzeiten: Je modularer Software gestaltet ist (etwa in einer SOA-Architektur), umso mehr Netzwerkverkehr wird erzeugt, was die Performance senkt. Aber auch langsame Leitungen zu entfernten Lokationen oder ineffizientes Routing des Netzwerk-Traffics können die Antwortzeiten deutlich verlängern.
5. Schlechte Pufferqualität: Fehlerhafte Pufferung, beispielsweise ein zu kleiner Puffer bei hoher Datenbankzugriffsrate, kann zu Performance-Verlusten führen. Die Pufferung von Datenzugriffen in SAN, Betriebssystem, Datenbank und Anwendung muss aufeinander abgestimmt sein.



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