Mehr Schub für SAP

Das SAP-System des Luftfahrt-Dienstleisters SR Technics sollte auf eine neue Hardware-Plattform umziehen. Doch statt des erhofften Leistungsschubs gab es plötzlich massive Performance-Probleme. Eine Aufgabe für Spezialisten.

    

» Von Dr. Andreas Schaffry, 10.11.2009 10:31. Letztes Update, 10.11.2009 10:36.

Wer beim Landen auf dem Flughafen Zürich einen Blick aus dem Fenster wirft, kann aus dem Augenwinkel die Hangars von SR Technics erspähen. Das in der Schweiz beheimatete und international erfolgreiche Unternehmen bietet zivilen Fluggesellschaften die technische Betreuung von Flugzeugflotten, -komponenten und Triebwerken an.

Als Business-Software setzt der Dienstleister seit Jahren eine integrierte ERP-Standardlösung von SAP ein, die durch umfangreiche Zusatzprogrammierungen an die speziellen Geschäftsabläufe angepasst wurde.

Über die SAP-Lösung lassen sich zum einen alle Daten der rund 800 betreuten Flugzeuge in Echtzeit verwalten - zum Beispiel Laufzeiten, Flugstunden oder Ersatzteile - und mit den ca. 500 Kunden austauschen. Zum anderen müssen schon aus rechtlichen Gründen alle Prozesse sowie der Materialverbrauch rund um die Wartung und Reparatur der Flugzeuge jederzeit nachvollziehbar und lückenlos dokumentiert sein. Das führt zu einem enormen Datenaufkommen, das stetig weiter wächst.

Kapazitätsgrenzen erreicht

Den SAP- und Rechenzentrumsbetrieb hat SR Technics zum Grossteil an einen Outsourcing-Dienstleister ausgelagert. Bislang lief das SAP-System inklusive der kundenspezifischen Zusatzprogramme auf einer inzwischen veralteten Unix-Plattform. Diese hatte aufgrund der wachsenden Datenmenge die Kapazitätsgrenzen erreicht. Die Folge waren Leistungsabfälle, die zu längeren Dialogantwortzeiten und einer langsameren Batch-Verarbeitung führten. Gleichzeitig stieg das Risiko für ungeplante Systemausfälle und Unterbrechungen. Für Adrian Wirt, Vice President Group IT bei SR Technics, ein untragbarer Zustand: «Das konnten wir nicht riskieren, denn unsere Geschäftsprozesse müssen reibungslos laufen. Die hohe Leistungsfähigkeit und Qualität der IT-Prozesse sowie ein unterbrechungsfreier Betrieb der zentralen SAP-Software sind für uns unabdingbare Voraussetzung.» Erst stabile und leistungsfähige Geschäftsprozesse verschaffen dem Unternehmen die notwendige Flexibilität, um Innovationen zeitnah aufzubauen.

Um Performance und Stabilität des SAP-Systems zu verbessern, beschloss das Unternehmen die Einführung einer modernen und hoch verfügbaren Unix-Plattform sowie entsprechender Storage-Lösungen. Mit dem Entwurf einer geeigneten Systemarchitektur, der Installation und Konfiguration der Hardware sowie der Migration der SAP-Software beauftragte SR Technics seinen Outsourcing-Partner.

Neue Hardware tut nicht, was sie soll

Aus technischen Gründen verzögerte sich jedoch der Umzug des SAP-Systems. Erst im Dezember 2008 konnte die produktive ERP-Software auf die neue Hardware migriert werden. Doch der erhoffte Erfolg blieb zunächst aus: «Die mit dem Umstieg erwarteten Leistungsverbesserungen, etwa im Hinblick auf schnellere Antwortzeiten und den rascheren Durchlauf von Batch-Programmen, traten trotz leistungsstärkerer Hardware nicht ein. Wir mussten auf die alte Hardware-Infrastruktur zurückswitchen», erinnert sich Adrian Wirth.

Um das Problem zu lösen, holte SR Technics die VMS AG aus Heidelberg an Bord. Aufgabe des auf die Messung und Optimierung des SAP-Betriebs spezialisierten Dienstleisters war, die Ursachen für die Leistungseinbussen des Systems zu identifizieren und das Migrationsprojekt bis zum erfolgreichen Abschluss zu begleiten.

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