Kampf der ERP-Titanen

Die Analysten von Panorama Consulting haben ERP-Anwender gefragt, was sie von den Systemen der drei großen Anbieter SAP, Oracle und Microsoft halten. Lesen Sie, wo die Stärken und Schwächen der Anwendungen liegen.

» Von Martin Bayer, Computerwoche, 14.01.2014 14:35.

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Der Wettbewerb unter den Tier-I-Anbietern im weltweiten ERP-Geschäft wird härter. Für die grossen Drei - SAP, Oracle und Microsoft - geht es darum, ihre globale Kundenbasis auszubauen. Doch das ist alles andere als einfach. Die etablierten Märkte der westlichen Welt sind weitgehend gesättigt. Wachstum versprechen dagegen die sich stark entwickelnden Märkte wie zum Beispiel in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Dort müssen sich die Softwareanbieter allerdings auf andere Kulturen und komplett neue Marktgegebenheiten einstellen.

Weitere Herausforderungen für die Softwarehäuser bestehen darin, sich auf neue technische Paradigmen, insbesondere Cloud und Mobile Computing, einzulassen. Gleichzeitig gilt es, stärker auf individuelle Anforderungen von Branchen oder sogar einzelnen Unternehmen einzugehen. Dabei werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht besser: Weltweit werden Unternehmen weiterhin ihre IT-Investitionen hinterfragen - und ERP-Systeme sind ein wesentlicher Kostenblock. Die Lösungen müssen einen Mehrwert für das Geschäft bieten. Diesen nachzuweisen, ist ebenfalls Aufgabe der Softwareanbieter.

Marktanteile

SAP bleibt für die meisten Anwender der ERP-Favorit. Rund jeder vierte der in der Studie befragten Teilnehmer hat sich für ein System des deutschen Softwarekonzerns entschieden. Damit verweisen die Softwerker aus dem Badischen ihre Konkurrenten auf die Plätze: Oracle kommt mit 17 Prozent auf den zweiten Platz, Microsoft schafft es mit elf Prozent als Dritter ebenfalls auf das Siegertreppchen. Insgesamt vereinen die Top Drei 55 Prozent des in der Studie abgefragten Markts für sich. Die Tier-II-Anbieter, zu denen beispielsweise Infor und Epicor zählen, kommen auf insgesamt 14 Prozent, die kleineren ERP-Hersteller aus der Tier-III-Gruppe schaffen zusammen 31 Prozent.


In der Summe lässt sich aus Sicht der Panorama-Consulting-Experten ein Trend zugunsten der drei grossen Anbieter ausmachen. Diese haben ihren zusammengerechneten Marktanteil gegenüber der letzten Umfrage um sieben Prozentpunkte verbessern können. Davon profitierte vor allem SAP (plus vier Prozentpunkte). Oracle legte um zwei Prozentpunkte zu, Microsoft um ein Prozent. Dementsprechend haben die kleineren ERP-Anbieter Anteile verloren. Vor allem die Tier-III-Gruppe war mit einem Minus von sechs Prozent bei den Anwendern deutlich weniger gefragt als noch vor einem Jahr.

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