Ein Pass für Web-Dienste

Ausgezeichnet mit dem Swiss Technology Award zeigt die Bieler Axsionics an der Cebit ihren biometrischen Internet-Passport.

  

» Von Claudia Bardola, 13.03.2007 08:53. Letztes Update, 13.03.2007 08:57.

Die Bieler Axsionics, ein Spin-off der Fachhochschule Bern in Biel, ist eine der 17 Preisträgerinnen des diesjährigen Swiss Technology Awards. Damit darf sich die Jungfirma mit ihrem prämierten biometrischen Internet-Passport an der kommenden Cebit am Schweizer Gemeinschaftsstand präsentieren.

Seit der Gründung im Jahr 2003 werkeln die Tüftler an einem Zugangssystem, mit dem sich die Identitäten der Benutzer von Online-Diensten biometrisch verifizieren lassen. Inzwischen hat die Entwicklung Marktreife erlangt. Kernstück der Anwendung ist ein kreditkartengrosses Gerät, die AXS-Card (der Internet-Passport). Diese verfügt über einen Finger-abdruck-scanner, Fotosensoren, einen Secure Processor und ein Display. Um Zugang zu einem bestimmten Dienst wie beispielsweise Online-Banking zu erhalten, identifiziert sich der Besitzer der Karte zunächst mit seinem Fingerabdruck. Unterdessen wird auf der entsprechenden Einstiegswebseite eine verschlüsselte Nachricht in Form eines Flickering Patterns angezeigt. Hält der User seine Karte an den Bildschirm, entschlüsselt diese die Message und zeigt sie auf ihrem eigenen Display an. Nun muss der Benutzer nur noch den angezeigten Code eintippen - und schon erhält er freien Zugang. Analog können auch Transaktionen vor den Angriffen von Trojanern, Phishing- und Man-in-the-Middle-Attacken geschützt werden.

Bieler mit Visionen

Axsionics-Chef Alain Rollier will die AXS-Card zum Online-Pass machen.
Axsionics-Chef Alain Rollier will die AXS-Card zum Online-Pass machen.
Soweit zur Technik. Die Bieler hegen aber eine Vision, die weit über die Absicherung des Zugangs zu einem einzelnen Dienst hinausgeht. Sie sind davon überzeugt, dass Cyber-Ausflügler dereinst die AXS-Card quasi als Universal-Pass einsetzen können, um sich im Internet jederzeit gegenüber einem Service-Provider auszuweisen. Dafür könnte die existierende Infrastruktur von Partnern genutzt werden. Laut Alain Rollier, CEO von Axsionics, hätte man bereits entsprechende Pläne in petto, die sich nun konkretisieren würden. Die Kosten für die Infrastruktur sollen jene Unternehmen tragen, die den Internet-Pass nutzen. Den Aufbau will Axsionics nicht im Alleingang realisieren, sondern in Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern wie Sun Microsystems, Siemens, Sunguard sowie mit Grosskunden.

Laut Rollier werden Prototypen der AXS-Card heute beim Militär, bei Regierungsstellen, bei Firmen und Finanzinstituten im Pilottest in der Schweiz und vor allem im Ausland eingesetzt. Demnächst soll überdies ein gross angelegter Feldversuch mit bis zu 10000 Karten bei meh-reren Grossbanken starten.

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