Die fiesen Tricks der App-Entwickler
Um sich im der extrem kompetitiven Branche der App-Hersteller einen Vorteil im Kampf um Investoren zu verschaffen, greifen Unternehmer zunehmend auf schmutzige Tricks zurück.
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» Von , 10.07.2012 11:17.
Dies berichtet das US-Hightech-Magazin Wired. Mithilfe von gekauften Usern, pornografischen oder urheberrechtlich geschützten Inhalten und Spam-Taktiken versuchen die Anwendungs-Schmieden kurz vor einer Finanzierungsrunde Investoren durch unhaltbare Nutzerzahlen zu beeindrucken. Das führt dazu, dass die Mitbewerber immer paranoider werden und den Trend zu zweifelhaften Massnahmen so noch befeuern. Den Usern rauben diese Praktiken wertvolle Zeit.
«Apple, Google und Co. versuchen solche Praktiken zu unterbinden. Ihre Angebote leiden schliesslich, wenn gute Apps nicht mehr gefunden werden können, weil die Rankings voller schwarzer Schafe sind. Für die App-Hersteller bringen dubiose Praktiken trotzdem Vorteile, da Downloadzahlen und Rankings wichtige Kennzahlen sind», sagt Florian Gschwandtner von Runtastic. Die Konkurrenz auf dem Markt sei hoch, weshalb es vorkomme, dass Werkzeuge wie Bot-Farmen zur Steigerung der Userzahlen angewendet werden. In Europa sei das aber weniger ein Thema.
Gekaufte Installationen
Im Gegensatz zum offenen Internet bewegen sich Apps in einem geschlossenen Ökosystem. Sowohl Nutzeraktivität als auch die Akquirierung von Werbung sind von aussen praktisch nicht zu durchschauen. Das bietet optimale Voraussetzungen für unseriöse Geschäftspraktiken. Mit sogenannten «Pay per install»-Systemen werden Userzahlen künstlich nach oben gedrückt. Hier werden beispielsweise den Nutzern von Spielen zusätzliche kostenpflichtige Inhalte gratis zur Verfügung gestellt, wenn sie eine App herunterladen. Apple hat dieses Modell mittlerweile aus seinem Store verbannt, nachdem bekannt wurde, dass Anbieter Tapjoy 100 Millionen Dollar pro Jahr mit solchen Angeboten verdient hat.
Auch Werbekampagnen in anderen Apps sind ein beliebtes Instrument, um kurzfristig Nutzer anzulocken. Mittlerweile konzentriert sich das Geschäft fast ausschliesslich auf Werbeeinschaltungen in anderen Apps, da Inserate bei Google, Facebook und Co aufgrund von verbesserten Werbe-Personalisierungs-Technologien nicht mehr den gewünschten Erfolg bringen. Werbenetzwerke wie Tapjoy bezahlen teilweise App-Anbieter dafür, Werbung für andere Anwendungen zu schalten oder sogar gleich Installationen zu vermitteln. Auch Spammen von Werbung auf sozialen Netzwerken ist eine beliebte Strategie für App-Schmieden.
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