76 Prozent sagen: «SAP ist zu teuer, Preis/Leistung stimmt nicht»

Schweizer Firmen ächzen unter dem starken Franken. SAP Schweiz verweigert jedoch eine Anpassung der Lizenz- und Wartungspreise. Da braut sich was zusammen. Die Mitglieder der Schweizer IG SAP steigen auf die Barrikaden.

» Von Michael Kurzidim , 21.06.2015 14:28.

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Gegen SAP braue sich etwas zusammen, schreibt die IG SAP in einer Presseinformation. Die Schweizer Interessengemeinschaft, in der sich aktuell 79 SAP-Kunden zusammengeschlossen haben, hat im April/Mai 2015 eine Zufriedenheitsumfrage unter ihren Mitgliedern durchgeführt. Mit dem Ergebnis:

  • 43% sehen die Zusammenarbeit mit SAP positiv, 57% sprechen von "es geht so bis negativ"
  • 50% sind alles in allem mit den Leistungen zufrieden, 50% finden "es geht so bis unzufrieden"
  • 24% finden Preis/Leistung für Wartung ist "gerade noch ok"
  • 76% sagen, "es ist zu teuer, Preis/Leistung stimmt nicht"
  • 37% wollen einen SAP-Partnerwechsel prüfen
  • 41% wollen eine SAP-Drittwartung prüfen.

SAP spiele weiterhin seine Marktmacht aus und zwinge ihren Kunden ihr Preismodell auf, das sei die vorherrschende Meinung unter den Mitgliedern, schreibt die IG SAP. Die Interessengemeinschaft fordert von SAP Schweiz eine Anpassung der Lizenz- und Wartungspreise. Der Währungskurs habe sich mittlerweile bei 1,05 Franken eingependelt. Laut der aktuellen SAP-Preisliste liege der Umrechnungskurs für neue Lizenzen aber bei 1,17 Franken. Der Kurs für Wartung bewege sich - je nach Vertrag - zwischen 1,17 und 1,60 Franken.

Brandl: Schweizer Rabatte sind im Durchschnitt hoch

Auf dem SAP Forum in Basel hatte CW Gelegenheit, mit dem SAP-Schweiz-Chef Bernd Brandl das Thema Lizenz-/Wartungspreise und Frankenstärke zu diskutieren. Die offizielle Preisliste vermittelt oft kein korrektes Bild. Der mittlere Rabattsatz, der Schweizer Kunden eingeräumt werde, sei im Durchschnitt hoch, betonte Brandl. Bei einem angenommenen Auftragsvolumen von mehreren Millionen Franken könne er im guten zweistelligen Bereich liegen.

Man müsse genau aufpassen, über was man da diskutiere. Die Schweiz führe Preislisten in Franken, und nicht in Euro, betonte Brandl. Bei Neulizenzen bestimme daher der Markt den Preis, und nicht der Euro/Franken-Wechselkurs. Ergo spiegeln Wartungsverträge, die vor fünf, acht oder zehn Jahren abgeschlossen wurden, den damaligen Marktwert wieder. «Diese Verträge sind häufig voll mit Sonderregelungen, und das fassen wir im Nachhinein nicht mehr an».

Genau das will die SAP IG aber offensichtlich erreichen, und erhöht den Druck auf SAP. Die 20. Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft schloss mit einem Teilnehmerrekord von 70 Firmen. Diskutiert wurde unter anderem, ob die Zeit für Drittwartung durch RiminiStreet schon reif sei, und welche Möglichkeiten sich bei einem Partnerwechsel oder beim Eintauschen von Gebrauchtsoftware böten. SAP Schweiz war eingeladen, blieb aber der Versammlung fern.

 

 

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