Schweizer Pfadi-Webseiten gehackt – vermutlich von IS-Fanatikern

Webseiten von Schweizer Pfadi-Vereinen sind am Donnerstag Oper von Hack-Attacken geworden. Die hinterlassenen Botschaften lassen auf die Terrorgruppe Islamischer Staat als Angreifer schliessen.

» Von Fabian Vogt , 10.04.2015 10:52.

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Wer gestern die Pfadi-Webseite der Sektion Altstätten SG ansurfen wollte, war vermutlich schockiert. Wo normalerweise herumtollende Kinder zu sehen sind, sah man sich einem durch Sturmkappe vermummten Mann mit geschultertem Gewehr, Kampfanzug und Stirnband mit arabischer Schrift gegenüber. Untertitelt mit «Islamic State Hackers» und begleitet von arabischer Musik.

Wie «20 Minuten» berichtet, wurden auch andere Pfadi-Webseiten Ziele dieses Angriffs. Christian Rohrer, Kantonalpräsident der Pfadi St. Gallen und Appenzell äusserte sich in der Gratis-Zeitung: «Hackerangriffe sind immer ärgerlich, aber wenn sie im Zusammenhang mit dem IS stehen, ist dies natürlich besonders unangenehm.»

Ob der Islamische Staat (IS) hinter dem Angriff steckt, kann nur vermutet werden. Die Signatur der Hacker (siehe Bild) lässt allerdings darauf schliessen. Dieselben Hacker haben diese Woche gemäss einem in 20-Minuten zitierten IT-Experten unter anderem auch die Website des Verbands Autismus Irland heimgesucht – sowie mehrere Dutzend Adressen in Grossbritannien, Frankreich, Rumänien, Kanada und Brasilien. Der IS scheint sein Terrorregime derzeit auf das Web auszuweiten. Am Mittwoch wurde der Sendebetrieb der französischen Fernsehsendergruppe TV5 Monde stundenlang zum Erliegen gebracht und die Webseiten gekapert. Auch dort tauchten Nachrichten und Bilder auf, die auf den Islamischen Staat als Angreifer schliessen lassen. 

Christian Rohrer will nun in Seminaren mit seinen Leitern analysieren, welche Sicherheitslücken die Angreifer ausnutzen konnten und wie das künftig zu verhindern ist. Zum Erscheinungstermin dieses Artikels sind verschiedene betroffene Pfadi-Webseiten offline. 

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