18.10.2016, 09:56 Uhr

PhotoTAN-Verfahren geknackt

Zwei IT-Sicherheitsforschern ist es offenbar gelungen, auf manipulierten Android-Smartphones das beim Mobile-Banking eingesetzte Verfahren photoTAN zu knacken.
Zwei IT-Sicherheitsforschern ist es nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" gelungen, auf manipulierten Android-Smartphones das beim Mobile-Banking eingesetzte Verfahren photoTAN zu knacken. Nachdem die beiden Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg eine Schadsoftware auf den Geräten installiert hatten, konnten sie nach Belieben Online-Überweisungen umleiten oder diese selbst erstellen. Die Transaktionen konnten allerdings nur manipuliert werden, wenn Banking-App und photoTAN-App auf einem Gerät installiert sind. Mit den Angriffen könnten nach Angaben der Forscher Vincent Haupert und Tilo Müller Geldinstitute wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank ins Visier genommen werden. "Für uns ist es überhaupt kein Problem, die tatsächliche Überweisung anschliessend zu verstecken", sagte Haupert. Solange ein Kunde seine Bankgeschäfte mobil tätige, bleibe die Manipulation unerkannt. Mit der photoTAN wird ein einmalig zu nutzendes Passwort erzeugt. Bei der Einführung des Verfahrens wurde auf dem PC-Monitor ein ungefähr drei mal drei Zentimeter grosses Bild aus kleinen Punkten generiert, das die Transaktionsdaten enthält. Diese Grafik wird in dieser Variante mit dem Smartphone oder Lesegerät abgescannt. Nach der Entschlüsselung der photoTAN sind auf dem Bildschirm zur Kontrolle die Transaktionsdaten (Betrag und Name des Empfängers einer Überweisung) sowie eine siebenstellige Transaktionsnummer zu sehen, mit der die Überweisung freigegeben werden kann.

Attacke auch bei iPhone-System denkbar

Kritisch aus Sicht der Forscher ist, wenn sich die Banking-Anwendung sowie die photoTAN-App auf einem Gerät befinden und die eigentlich vorgesehene Zwei-Wege-Authentifizierung ausgehebelt wird. Die Nutzung einer photoTAN auf dem PC mit einem externen Lesegerät halten die Forscher weiterhin für sicher. Das Angriffsszenario habe man unter dem Google-System Android demonstriert. Eine Attacke sei aber prinzipiell auch beim iPhone-System iOS denkbar. Die iOS-Schadsoftware Pegasus habe gezeigt, dass nicht nur Android-Smartphones angegriffen werden könnten. Allerdings sei das Sicherheits-Modell der Apple-Software restriktiver, so dass die Wahrscheinlichkeit dort im Vergleich zu Android geringer sei, eine Schadsoftware einzufangen.



Das könnte Sie auch interessieren