Modernes WLAN-Hacking

Funknetze sind angesagt. Kein Smartphone, Tablet, Notebook oder PC wird mehr ohne Wireless-LAN-Schnittstelle ausgeliefert. Auch immer mehr IT-abseitige Alltagsgeräte offerieren einen drahtlosen Netzwerkanschluss. Die Sicherheitsrisiken werden dadurch alles andere als geringer.

Wer das Nokia N900 ein wenig «tunt», kann viel Unsinn damit anstellen...

» Von Sven Blumenstein (Sicherheitsberater bei der cirosec GmbH in Heilbronn), 07.09.2012 12:00.

Dieser Artikel wurde ursprünglich in unserer Schwesterpublikation Computerwoche.de veröffentlicht.

In den ersten Jahren nach der Einführung des WLAN-Standards 802.11 im Jahre 1997 fristete die WLAN-Technik ein eher bescheidenes Dasein im Umfeld der Endanwender. Meistens wurde WLAN in der Industrie eingesetzt um zum Beispiel Systeme zu vernetzen, bei denen eine Verkabelung zu aufwändig oder umständlich war. Die Verbreitung unter den Endanwendern nahm mit der Einführung von schnelleren Breitbandinternetzugängen und der vermehrten Nutzung von Notebooks im privaten Bereich stark zu. Einen Aufschwung erlebte die WLAN-Technik dann im Jahre 2007, als Apple mit der Einführung des ersten iPhones den Boom der Smartphones begründete, der noch bis heute andauert.

Im Markt der mobilen Endgeräte versammelt sich eine Vielzahl von Smartphones, Notebooks, eBook-Readern und Tablets, die in der Regel alle über eine WLAN-Schnittstelle verfügen, damit sich Daten schnell und kabellos übertragen lassen. Bei vielen dieser Endgeräte ist WLAN mittlerweile sogar die exklusive Schnittstelle für einen Netzwerk- und Internetzugang.

Angetrieben durch die rasche Verbreitung des WLAN-Standards, stand für die Industrie ausser Frage, auch andere klassische Elektronik wie Drucker, Fernseher oder Spielekonsolen über WLAN zu vernetzen. Und der Trend geht immer weiter. So gibt es bereits erste Hersteller, die Waschmaschinen, Kühlschränke oder Kaffeemaschinen mit WLAN aufrüsten. In Kombination mit den allgegenwärtigen Smartphone-Apps kann der Endanwender nun bequem vom Sofa aus den Brühvorgang starten, die Restlaufzeit der Waschmaschine kontrollieren oder das TV-Programm umschalten. Ein Trend, der sich weiter fortführen wird, da die Mehrheit der Endanwender den praktischen Nutzen zu schätzen weiss. Auch im Bereich der Automobilindustrie erfährt das Thema WLAN steigende Beachtung. So wurde erst kürzlich im Rahmen des «Drive C2X»-Projektes eine Testphase im Frankfurter Raum gestartet, bei der Autos über WLAN miteinander kommunizieren, um zum Beispiel Verkehrsdaten auszutauschen.

Neue Gefahren

Die neue Fülle an mobilen Endgeräten, die nun alle kabellos kommunizieren können, stellt sich schnell die Frage nach der Daten- und Übertragungssicherheit. Einer der grössten Nachteile eines WLANs ist es schliesslich, dass es nicht über den physikalischen Schutz einer Kabelverbindung verfügt. Ein Funknetz strahlt in der Regel deutlich über die Hauswand oder den Gartenzaun hinaus. Dies eröffnet potenziellen Angreifern viele Möglichkeiten, in sicherer Entfernung zum Ausgangspunkt des WLANs Funkübertragungen auszuspionieren. Bestimmte Angriffsarten sind mit entsprechenden Antennen zudem auf sehr grosse Distanzen von mehreren hundert Metern bis sogar Kilometern möglich, so dass es quasi unmöglich ist, den Angreifer zu entdecken.

Für "Interessierte" gibt es Stab- und Richtfunkantennen in allen Grössen. Unser Bild im vorangegangenen Absatz zeigt von unten nach oben:

  • PCMCIA Karte mit integrierter Antenne, Reichweite bis 50 Meter (360 Grad Abstrahlwinkel)     
  • 5 dBi Stab-Antenne, Reichweite bis 100 Meter (360 Grad Abstrahlwinkel)     
  • 9 dBi Stab-Antenne, Reichweite bis 200 Meter (360 Grad Abstrahlwinkel)     
  • 6 dBi Richtfunk-Antenne, Reichweite bis 350 Meter (45 Grad Abstrahlwinkel)     
  • 20 dBi Richtfunk-Antenne, Reichweite bis 3000 Meter (25 Grad Abstrahlwinkel)

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Der Feind in der Waschmaschine

Werbung

KOMMENTARE

Lukas Meier: 08-09-12 23:09

Viele Mobiltelefone verfügen aber über eine WLAN-Funktion. Warum also unterwegs nicht einfach kostenlose Hotspots nutzen?
Zudem ist fast überall irgendwo ein kostenloser WLAN Hotspot zu finden. Hilfe bei der Suche bieten z.B Portale wie www.shareair.net welches weltweit kostenlose Hotspots auf einer Karte darstellt.

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der IDG Communications AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

MiniAds