Kriminelle klauten seit 2016 mehr als 200 Millionen Dollar an Kryptogeld

Die steigenden Kurse von Kryptowährungen locken Investoren an. Dass man nicht blind investieren sollte, zeigt nun eine Auswertung von Chainalysis. Demnach erbeuteten Kriminelle mit Fake-Angeboten seit 2016 rund 225 Millionen Dollar an virtuellem Geld.

» Von lp, David Liedtke (Pressetext), 28.08.2017 08:18.

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Cyber-Kriminelle haben seit 2016 rund 225 Millionen Dollar gestohlen. Dafür haben sie die Handelsseite für Kryptowährungen, Ethereum, genutzt. Diese bietet eine Plattform für Erstverkäufe neuer Kryptowährungen, sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs). Die Kriminellen haben Investoren mit gefälschten Social-Media-Seiten überzeugt, in falsche ICOs zu investieren. Über 30'000 Menschen sind solchen Verbrechen bereits zum Opfer gefallen. Im Schnitt verlor jeder 7500 Dollar, wie eine Analyse des Recherche-Unternehmens Chainalysis zeigt.

Unvorsichtige Investoren

«Die Grundlage jedes Investments sollte eine fundierte Analyse sein. Es reicht nicht, bloss Google anzuwerfen. Gleichzeitig kann man auf Informationen innerhalb der Community zurückgreifen», sagt Fred Steinmetz, Doktorand an der Universität Hamburg.

Laut Jonathan Levin, Mitgründer von Chainalysis, arbeiten die Kriminellen hocheffizient. Dafür nutzen sie eine Schwäche der Investoren: Um möglichst schnell in den Besitz von Kryptowährungen zu kommen, legen diese ihr Geld manchmal überstürzt an. Dabei geben sie sensible Informationen an falsche Webseiten weiter. Auch nutzen Kriminelle oft falsche Projektnamen. Wenn ein Investor überstürzt handelt, übersieht er dies leichter. Für ihre Angriffe setzen sich die Betrüger über Slack, Twitter oder per E-Mail mit den Opfern in Verbindung. «Medien wie ‹Slack› dienen vielen Projekten als Kommunikationskanal. Kürzlich wurden vermehrt Falschmeldungen über gehackte Accounts vermeintlicher Projektmitglieder verbreitet. Ziel war es, Investoren dazu zu bringen, ihre Kryptowährungen an fremde Adressen zu senden. Eine Verifizierung ist für den Laien oft schwer. Zahlungsrelevante Aufforderungen sind daher immer intensiv zu prüfen», warnt Steinmetz. Persönlichen Investment-Anfragen sollte man grundsätzlich aus dem Weg gehen. «Prinzipiell ist es unüblich, Investoren persönlich anzuschreiben. Hier ist Vorsicht geboten.»

Beliebtheit von Kryptowährungen steigt

In letzter Zeit haben Kryptowährungen viel Aufmerksamkeit erfahren. «Anfang des Jahres hatten wir bei den etwa 1000 nennenswertesten Kryptowährungen eine Marktkapitalisierung von 17 US-Dollar. Heute liegt diese bereits bei 150 Milliarden Dollar», so Steinmetz. Durch ihre besondere Datenbank, der Blockchain, sind Cyber-Währungen aber auch bei Kriminellen sehr beliebt. Eine Blockchain ist eine Aneinanderreihung von Datensätzen. Durch ihren speziellen Aufbau ist sie sicher vor Eingriffen. Das hohe Level an Integrität macht die Währungen zu einer sehr unauffälligen Zahlungsmethode. Besonders auf dem Schwarzmarkt kommt sie zum Einsatz.

(Pressetext)

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