Internet der Dinge: Alles ist hackbar

» Von Jens Stark , 22.05.2014 06:00.

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Kein Anreiz für Security

Hinzu kommt die Bequemlichkeit vieler End­anwender. Es ist oft schwieriger, ein Gerät zu installieren, das auf Sicherheit setzt. So kann die Konfiguration von Heimnetz und Firewall schon mal aufwendiger sein als beim Konkurrenzprodukt, das zwar problemlos in Betrieb genommen werden kann, aber vielleicht eher angreifbar ist. Hier bestimmt also durchaus auch die Nachfrage das Angebot. «Solange die Anwender nicht bereit sind, für mehr Sicherheit und weniger Features mehr Geld zu bezahlen, wird sich kaum etwas ändern», ist Brandt überzeugt.

Hinzu kommt, dass die Hersteller oft keinen Anreiz haben, Updates zur Verfügung zu stellen. «Bei Smartphones wird das sehr deutlich: Je länger ein Hersteller seine alten Geräte mit Security- und Feature-Updates versorgt, desto weniger haben die Kunden den Wunsch, ein neues Gerät zu kaufen. Der Hersteller investiert also Geld für die Updates, macht aber deswegen in der Folge weniger Umsatz», so Brandt.

Auch Symantecs Candid Wüest bedauert, dass «beim Internet der Dinge die Sicherheit oft nicht von Anfang an Teil der Entwicklung ist und somit vernachlässigt wird». In einigen Fällen werde zudem aus kostentechnischen Gründen darauf verzichtet, so der Symantec-Virenjäger. «Eine starke Verschlüsselung benötigt mehr CPU und Batterie – und das kostet natürlich auch mehr», erklärt er. Zudem würden viele Hersteller die möglichen Angriffs­szenarien verharmlosen: «Eine Lampe von aussen durch eine Replay-Attacke 100 Mal pro Sekunde ein- und auszuschalten, wird höchstens die Lampe zerstören, aber keine Menschen verletzen», verdeutlicht Wüest diese etwas eigenartige Denkweise.

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