Hacker missbrauchen Anwender-PC zum Schürfen von Kryptowährung

Cyberkriminelle haben einen Weg entdeckt, bei dem die Rechenkapazität von Internet-Surfern zum Schürfen von virtuellem Geld missbraucht werden. Auch in der Schweiz häufen sich die Fälle, berichtet Switch.

» Von Jens Stark , 16.10.2017 06:26.

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Seit Mitte September beobachtet Switch, dass Hacker diverse .ch- und .li-Webseiten dazu nutzen, um die Browser von Internet-Surfern zum Schürfen von Kryptowährungen zu missbrauchen. Dies schreibt die Stiftung in einem Blog-Beitrag.

Die Angreifer nutzen dabei offenbar veraltete Software auf den Webseiten, um den Browsern der Seitenbesucher ein Javascript unterzujubeln. Dieses wird dann im Hintergrund ausgeführt und verwandelt das Surfbrett des Internetanwenders zu einem Teil eines Schürfnetzwerks für Kryptowährungen, wobei die Gewinne dem Hacker zugute kommen.

Gemäss dem Switch-Blog ist dabei Monero die Kryptowährung erster Wahl für diese Form von Fremdschürfen. Wie Bitcoin basiert auch Monero auf Blockchains, um alle Transaktionen festzuhalten. Allerdings werden diese Aufzeichnungen von der Öffentlichkeit ferngehalten, wodurch einerseits die Privatsphäre der Nutzer besonders geschützt, andererseits die Währung besonders attraktive für Kriminelle wird. Die Crux von Monero ist dabei, dass die Währung ohne spezifische Hardware geschürft werden kann, also unter Verwendung der CPU des Anwenders.

Das Konzept ist nicht neu, wie Switch weiter ausführt. So bietet etwa Coin-Hive einen solchen Mining-Dienst für Webseitenbesitzer an. Diese könnten die CPUs der Surfer beim Besuch der eigenen Webseite zum Monero-Schürfen nutzen, so Einnahmen generieren und im Gegenzug auf andere Einnahmequellen wie Werbung verzichten. Falls dies transparent geschieht und der Surfer sein Einverständnis gibt, ist gegen die Methode wenig einzuwenden. Bedenklich ist es allerdings, dass nun offensichtlich Hacker das Verfahren vermehrt nutzen, um dem Surfer heimlich entsprechende Krypto-Mineure unterzujubeln.

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