Europol: Hackerangriff könnte sich noch ausweiten

Der bislang grösste Hackerangriff weltweit könnte sich noch ausweiten. Nämlich dann, wenn heute Montag morgen Millionen Büroangestellte ihre PC hochfahren.

» Von SDA , 15.05.2017 06:20.

weitere Artikel

Bildergalerie

Bildergalerie

Der weltweite Hackerangriff auf Computersysteme von Konzernen, Behörden und Privatleuten hat ein Rekordausmass erreicht und könnte sich ab heute Montag weiter steigern. Die europäische Polizeibehörde Europol registrierte mindestens 200'000 getroffene Computersysteme in 150 Ländern, wie Europol-Chef Rob Wainwright am Sonntag sagte.

Er rechnete ausserdem mit einer weiterer Verbreitung des Virus zu Beginn der neuen Arbeitswoche. Europol schlug ein internationales Vorgehen der Behörden vor, um die Hintermänner zu finden. Wainwright hält es für wahrscheinlich, dass mehrere Personen für den Cyber-Angriff verantwortlich sind.

Die Rechner waren am Freitag von so genannten Erpressungstrojanern befallen worden, die sie verschlüsseln und Lösegeld verlangen. Ein anonymer britischer Experte hatte im Code der Schadsoftware eine von den Autoren eingebaute «Notbremse» gefunden, die er auch auslöste und damit die Ausbreitung des Erpressungstrojaners vorerst stoppte.

Als erstes waren am vergangenen Freitag Fälle aus Grossbritannien bekannt geworden. Nach offiziellen Angaben traf der Cyber-Angriff 48 Organisationen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS allein in England.

In Spanien war der Telekom-Konzern Telefónica betroffen und in den USA der Versanddienst FedEx. Renault stoppte am Samstag die Produktion in mehreren französischen Werken - um die Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern, wie es hiess. Bei der Deutschen Bahn fielen teilweise digitale Anzeigetafeln sowie Ticketautomaten an Bahnhöfen aus.

Keine Grossausfälle in der Schweiz

In der Schweiz kam es zu keinen Grossausfällen wegen Cyberattacken. Es gebe aber Anzeichen dafür, dass einzelne Geräte betroffen seien, sagte Pascal Lamia, Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) am Sonntagnachmittag der Nachrichtenagentur sda. Darunter seien allerdings keine, die die Infrastruktur beeinträchtigen.

Nächste Seite: Hintergründe des Angriffs

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.