"Die Gefahr lauert im Innern"
Natalya Kaspersky ist nicht nur im Verwaltungsrat von Kaspersky Labs, sie leitet auch als CEO den DLP-Spezialisten (Data Leakage Protection) Infowatch. Im Interview mit unserer deutschen Schwesterpublikation Computerwoche beleuchtet die Grande Dame der IT-Security das Thema.
Die Gefahr von innen wächst: Natalya Kaspersky, CEO von InfoWatchweitere Artikel
» Von , 07.04.2010 13:27.
CW: Wo sehen Sie die grössten Sicherheitsbedrohungen im Internet?
Kaspersky: Ich möchte hier zwischen internen und externen Bedrohungen unterscheiden. Diese hängen zwar zusammen, aber sie finden in unterschiedlichen Regionen statt. Bei Bedrohungen von aussen wollen Angreifer in erster Linie Geld verdienen. Unglücklicherweise organisieren sie sich dafür immer besser. Sie arbeiten in verschiedenen Hierarchiestufen. Der Angreifer ist nicht mehr zwangsläufig derjenige, der abkassiert. Dadurch wird es schwieriger, sie dingfest zu machen.
Interne Bedrohungen gehen auf die eigenen Mitarbeiter zurück. Diese verlieren oder veruntreuen Informationen. Wenn jemand sein Laptop am Flughafen vergisst, ist das zwar keine Absicht, aber dennoch bitter. Passiert es absichtlich, ist es ähnlich wie bei externen Bedrohungen. Angestellte versprechen sich davon monetären Gewinn. Hacker versuchen auch Mitarbeiter zu korrumpieren.
CW: Um sie als Türöffner für die Unternehmens-IT zu gewinnen?
Kaspersky: Genau. Das kann ein Systemadministrator sein, oder einfach nur jemand, der weiss, wo sich relevante Informationen befinden. Daraus können gefährliche Situationen entstehen. Wenn jemand ein Foto eines Bildschirms mit dem Handy schiesst, hilft die beste elektronische Sicherung nichts.
CW: Wodurch fliessen die meisten Daten ab?
Kaspersky: Mittlerweile nutzt jede Firma Antiviren-Tools und Firewalls, wodurch ein Grossteil der Malware entdeckt wird. Was internen Datenverlust anbelangt, nehmen die Bedrohungen zu. Bis vor zwei Jahren war Software rar, die sich dem Problem widmete. Wir von InfoWatch setzen hier mit unseren professionellen Lösungen an. Aber auch wir stecken mitten in einer Entwicklung und müssen mit den Angreifern Schritt halten.




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