Cybercrime: Die neuesten Tricks der Gangster
Cyberkriminelle haben ihre Taktik geändert. Angeworbene Paket-Agenten leiten auch in der Schweiz Diebesgut an anonyme Empfänger weiter. Die offizielle Preisliste der Unterwelt.
» Von , 22.04.2010 17:58.
Die gute Nachricht: Schweizer Banken haben in punkto Sicherheit dazu gelernt. Die Schweiz insgesamt ist für Cybergangster ein schwieriges Pflaster geworden und belegt auf der internationalen Ranking-Liste den 35-ten Platz (vormals Platz 28). Für Finanzagenten (sogenannte "Money Mules") wird es zunehmend schwieriger, von gehackten Konten Geld zu transferieren. Cyberkriminelle Organisationen haben deshalb ihre Geschäftspraktiken geändert und werben jetzt Paket-Agenten an, bevorzugt aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Im Gangster-Talk heissen die Damen und Herren etwas vornehmer Korrespondenz- und Handelsvertreter. Sie nehmen die mit geklauten Kreditkarten eingekauften Waren in Empfang und leiten sie, meist postlagernd, an anonymisierte Empfängeradressen weiter. Pro Paket gibt es 30 Franken, eine Briefumschlagablieferung wird mit 10 Franken "vergütet".
Cybercrime: Firmenwagen nach 6 Monaten

Virenjäger Wüest erhielt von den Cybergangster einen
Beunruhigender Trend: Cybergangster beginnen, die eigentlich zum Schutz seriöser Unternehmen konzipierten Sicherheitsstrategien zu kopieren und für eigene Zwecke einzusetzen. Fallbeispiel Bot-Netze: 90 Prozent der weltweit verschickten E-Mails sei SPAM, und 85 Prozent der SPAM-Nachrichten werde von Zombie-Rechnern verschickt, die in Bot-Netzen ein ferngesteuertes Leben fristen.
Ziel: das ausfallsichere Bot-Netz

Cybercrime Länder-Ranking: Schweiz sicherer, U.S.A. am gefährlichsten.
Sarari-Nutzer surfen gefährlich
35 Prozent der gegen Unternehmen gerichteten Angriffe gehen auf das Konto unsicherer, lückenhafter Policies. Dazu zählen laut Wüest zum Beispiel zu grosszügig vergebene Zugriffsrechte - auch für fremde Laptops, Vollzugriff für Firmenmitarbeiter, die diesen Blanko-Scheck für ihre Arbeit gar nicht benötigen oder schlichtweg fehlende Passworte. 49 Prozent der Web-basierten Attacken in 2009 bedienten sich korrumpierter PDF-Dateien als Vehikel (2008: 19 Prozent). Dort ist also besondere Sorgfalt angebracht. Auch die Browser selbst bergen unterschiedliches Gefahrenpotenzial: Firefox hatte zwar die meisten gemeldeten Schwachstellen zu verbuchen; innerhalb eines Tages aber war in der Regel das Loch gestopft. Am gefährlichsten surfen Safari-Nutzer. Das sogenannte "Window of Exposure" zog sich im Durchschnitt über 13 Tage hin. Während dieser Zeit waren Safari-Rechner leichte Opfer für die Botnet-Gangster.



KOMMENTARE
KOMMENTAR SCHREIBEN