Cyberabwehr: Schweiz prüft Nato-Hilfe

Die Schweiz will sich in Sachen Cyberabwehr von einem Forschungszentrum der Nato helfen lassen.

» Von SDA , 24.01.2017 06:45.

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Die Schweiz prüft eine Mitgliedschaft in dem bei der Nato akkredierten Abwehrzentrum für Cyberangriffe (CCDCoE) in Tallinn. Sie erhofft sich, von den Kenntnissen des Forschungszentrums profitieren zu können.

Die Schweiz hat seit der Gründung des Zentrums in der Hauptstadt des Nato-Mitglieds Estland 2008 zwei Mal an der jährlichen Übung teilgenommen, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montag einen Bericht der «Nordwestschweiz» bestätigte.

Dies habe es dem Verteidigungsdepartement (VBS) erlaubt, seine Prozess zum Schutz vor Cyber-Angriffen zu verifizieren und zu verbessern. Nun werde eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Zentrum geprüft. Dies umfasse auch eine mögliche Mitgliedschaft.

Die Schweiz wäre dann eine sogenannte «contributing nation» (mittragende Nation). Diesen Status haben derzeit bereits die zwei Nicht-Nato-Länder Österreich und Finnland. Die Vollmitgliedschaft ist Nato-Mitgliedländern vorbehalten.

10'000 Euro und eine Fachkraft

Sollte der Bundesrat den Antrag auf Mitgliedschaft in dem Forschungszentrum lancieren, müsste die Schweiz voraussichtlich einen jährlichen Beitrag von rund 10'000 Euro an das Zentrum zahlen sowie eine Fachkraft für zwei Jahre zur Verfügung stellen.

Das Zentrum in Tallin befasse sich wissenschaftlich mit dem Thema Cyber-Sicherheit. Es sei nicht operativ tätig und behandle keine Cyber-Vorfälle, präzisierte das EDA auf Anfrage. Vielmehr diene das Forschungszentrum der Ausbildung, der Beratung und dem Erfahrungsaustausch. Auch sei das Zentrum nicht Bestandteil der Militärallianz, sondern bei der NATO akkreditiert.

Die Schweiz bemühe sich bereits im Rahmen der OSZE und der UNO, um den Cyber-Bereich sicherer zu machen, hiess es weiter von Seiten des EDA. Für die Zusammenarbeit mit dem Zentrum in Estland seien das EDA und das VBS zuständig.

Hochschulpraktikanten etwa würden vom VBS betreut. Es war bereits ein Praktikant für sechs Monate für das Zentrum im Einsatz. Ein zweiter Einsatz solle in diesem Jahr folgen.

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