Kaspersky: Attacke 98 Tage unentdeckt, CHF 551'000 Kosten

Kaspersky zeigte auf der CeBIT seine neue 'Anti Targeted Attack Platform' für Unternehmen und Infrastruktur-Anbieter. Attacken auf Finanzhäuser bleiben 98 Tage unentdeckt und verursachen enorme Schäden.

» Von Michael Kurzidim , 17.03.2016 12:47.

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Die Zahlen sind ernüchternd und werden von den betroffenen Unternehmen natürlich nicht an die grosse Glocke gehängt. Attacken auf Finanzhäuser bleiben, nach Auswertungen des Sicherheitsanbieters Kaspersky, im Durchschnitt 98 Tage lang unentdeckt. Die Eindringliche manipulieren typischerweise erst einmal nichts, sondern sondieren die ICT-Systeme des Opfers, bevor sie dann zuschlagen.

Der Schaden beträgt etwa 551'000 Franken, in Einzelfällen noch höher. Da sind der Imageschaden, den das Unternehmen erleidet, Gerichtskosten wegen Schadensersatzansprüchen und Verluste an Wettbewerbsfähigkeit noch nicht eingerechnet. Noch länger bleiben Attacken bei Einzelhändlern unentdeckt: durchschnittlich 198 Tage (Kaspersky Global Security Risks Report 2015).

Firewalls reichen nicht

Der traditionelle Parameter-Ansatz, bei dem eine Firewall die IT-Systeme wie die Befestigungsmauern einer Burg von aussen schützt, ist den Angriffen nicht mehr gewachsen. Irgendein Virus kommt immer durch, irgendein Endanwender klickt immer auf das mit Malware verseuchte Mail-Attachement oder riskiert einen Blick auf die Datei "Gehaltslisten 2016", wo er dann den Trojaner aktiviert.

Sicherheitsplattformen der nächsten Generation rechnen deshalb mit erfolgreichen Eindringlichen und versuchen, den Schaden im ICT-System so gering wie möglich zu halten, den Virus zu isolieren, seinen Aktionsradius einzugrenzen. So wie ein gutes Medikament die Beschwerden beim kranken Patienten minimiert.

Kaspersky spricht von einer "Weltneuheit" und stellte auf der CeBIT seine "Anti Targeted Attack Platform" vor. Oleg Glebov, Solution Business Lead beim russischen Sicherheitsanbieter, war extra aus Moskau eingeflogen, um die Details zu erläutern. Die neue Plattform ist so komplex, dass Kaspersky einen Riesenkuchen mit mehreren Layern und Komponenten aufgebaut hatte, mit dem sich das Publikum schon einmal geschmacklich dem Thema annähern konnte.

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