Cisco setzt auf Reputation

Cisco will zur Security-Anbieterin werden. Der Reputationsdienst «Senderbase», der aus der Ironport-Akquisition stammt, ist ein erster Schritt.

Ciscos ASA-Firewalls sollen als erste mit Senderbase ausgestattet werden. (Bild: PD)
  

» Von Claudia Bardola, 04.07.2007 09:57.

Die Netzwerkerin Cisco hat sich auf die Fahne geschrieben, vermehrt auch als IT-Sicherheitsanbieterin wahrgenommen zu werden. Ein grösserer Schritt in diese Richtung ist die anfangs des Jahres vereinbarte Akquisition der E-Mail- und Web-Security-Spezialistin Ironport. Dieser Tage wurde die Übernahme offiziell abgeschlossen. Nun hat Cisco angekündigt, dass sie den mit Ironport erworbenen Reputationsdienst «Senderbase» in einen Teil ihrer Netzwerkomponenten einpflanzen will. Der Service kontrolliert Webseiten- und E-Mail-Verkehr und kennzeichnet potenziell gefährliche Inhalte. So werden etwa Mails, die von einer Spam-verdächtigen IP-Adresse stammen, geblockt oder Mitarbeiter daran gehindert, Webseiten zu besuchen, die Malware verteilen. Senderbase führt Informationen von rund 100 000 Internet Service Providern, Universitäten und Firmen in einer zentralen Datenbank zusammen. Der Monitoring-Dienst misst rund 110 Parameter von aktiven E-Mail- und Webservern weltweit, um die Vertrauenswürdigkeit der Quellen zu beurteilen.

Wie Gartner-Analystin Arabelle Hallawell zu Protokoll gibt, gewinnen solche Reputationsdienste zunehmend an Bedeutung. «Es geht hierbei nicht nur um das Monitoring von IP-Adressen. Vielmehr lässt sich etwa erkennen, von wem und wann eine Domain registriert wurde, ob eine Seite viel Werbung aufweist und ob sie über aktive Inhalte verfügt», so Hallawell. Weil Mail- und Web-basierte Bedrohungen einander immer stärker überlappen, werde es immer wichtiger, den E-Mail- und Web-Verkehr gleichermassen zu überwachen, sagt Hallawell.

In einem ersten Schritt will Cisco ihren ASA-Firewalls (Adaptive Security Appliance) die Senderbase-Funktionen spendieren. Dies unter der Bezeichnung «Wide Packet Inspection». Der Dienst soll in Form kostenpflichtiger Addons ab dem ersten Halbjahr 2008 erhältlich sein. Später sollen auch verschiedene Switches und Router nachgerüstet werden.

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