CIA-Tool Athena knackt auch Windows 10

Neueste Veröffentlichungen von WikiLeaks belegen, dass das CIA-Tool "Athena" alle Windows-Versionen knacken kann - auch Windows 10. Da die Spionage-Software im Arbeitsspeicher läuft, ist sie von Virenscannern kaum zu entlarven.

» Von Alexandra Lindner, 23.05.2017 14:50.

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Die Whistleblower-Plattform WikiLeaks hat ihren «Vault 7»-Eintrag um einige Dokumente erweitert. Diesmal geben die veröffentlichten Unterlagen Details über ein Spionage-Tools namens «Athena» preis. Damit soll der amerikanische Geheimdienst offenbar in der Lage sein, auch neuere Betriebssysteme wie Windows 8.1 und 10 zu knacken.

Die seit Mitte Mai grassierende Ransomware WannaCry, die ebenfalls auf ein CIA-Tool zurückzuführen ist, hatte es insbesondere auf ältere Systeme wie Windows 7 abgesehen.

Athena greift nun auch Windows-10-Rechner an. Ist das System einmal kompromittiert, werden die Daten entweder an Dritte verschickt, verändert oder sogar gelöscht. Die Übermittlung des Gerätestandortes ist ebenfalls möglich. Dabei wird kein Unterschied zwischen stationärem Computer oder Mobilgerät gemacht. Ausserden seien Security-Suiten nicht dazu fähig, das Tool zu erkennen, weil es «diskless» arbeite. Es führt seine Tätigkeiten ausschliesslich im Arbeitsspeicher aus.

 

 

Brisant ist an diesem Leak zusätzlich, dass das Spionage-Tool nicht allein von der CIA hergestellt wurde. Die amerikanische Behörder kooperierte dabei offenbar mit Siege Technologies, einem Unternehmen das sich selbst als Cybersicherheitsfirma bezeichnet und im US-Bundesstaat New Hampshire zuhause ist. Auf der Firmenhomepage gibt Siege Technologies offen zu, dass man sich auf die Nutzung von Cyberwar-Technologien und -Methoden spezialisiert habe, «um prädiktive Cyber-Security-Lösungen für Versicherungen, Behörden und andere gezielte Märkte zu entwickeln.»

Die CIA und andere Geheimdienste suchen gezielt nach Schwachstellen in Betriebssystemen und nutzen diese für Überwachungszwecke aus, statt sie dem Hersteller zu melden. Offiziell geschehe dies, um die Bevölkerung im Ernstfall vor terroristischen Bedrohungen zu schützen. Wie die Vergangenheit aber schon mehrfach gezeigt hat, ist es immer nur eine Frage der Zeit, bis die Hacking-Tools in die Hände von Kriminellen geraten.

Microsoft hat sich noch nicht zu den neusten Enthüllungen geäussert.

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