Edward Snowden plant Anti-Spionage-Hülle für das iPhone

Dass Journalisten in Ländern mit restriktiven Regimes ständig ausgehorcht werden können, weiss auch Snowden. Mit einem bekannten US-Hacker plant er nun eine spezielle Handy-Hülle.

» Von Simon Gröflin , 22.07.2016 16:46.

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Regierungen und Hacker haben leichtes Spiel beim Ausschnüffeln von Smartphones. Dies führt uns Edward Snowden immer wieder vor Augen. «Die erschreckendste Tatsache ist womöglich, dass, wenn Ihr Smartphone gehackt wurde, Sie es wahrscheinlich nicht mal bemerken», sagte der Ex-NSA-Angestellte kürzlich in der TV-Sendung Vice, als er ein Smartphone vor laufender Kamera sezierte. Zusammen mit dem bekannten US-Hacker Andrew Huang macht er sich nun stark für ein Konzept einer Antispionage-Hülle für das iPhone 6. Die soll vor allem Journalisten in Ländern mit restriktiven Regierungen eine Hilfe sein, damit diese sich nicht unbefugt Zugriff auf die Smartphones von Reportern verschaffen können.

SIM-Karten-Überbrückung

Damit alle Funkeinheiten des Telefons gegen Abhörsicherheit überbrückt werden, wird die SIM-Karte nicht direkt im Telefon, sondern in der Hülle eingesetzt. So kann die Hülle auslesen, wann immer über WLAN, Bluetooth, Mobilfunk und per GPS Daten übertragen werden. Auf dem schwarzweissen Status-Display der batterieähnlichen Zusatzhülle sollen sich dann Nutzer vergewissern können, ob zum Beispiel auch wirklich keine Funk- oder Ortungsdaten übermittelt werden, wenn sich das Handy etwa im Flugmodus befindet. Auch eine Aus-Taste ist vorhanden, um per sofort alle Verbindungen zu kappen. 

Apple setzt stark auf Verschlüsselung

Bis jetzt soll das Konzept nur beim iPhone 6 funktionieren. Warum man sich ausgerechnet für eine Schutzhülle für ein iPhone entschieden hat, dürfte daran liegen, dass sich Apple zuletzt immer wieder für Verschlüsselung stark gemacht hat und sich zuletzt vor Gericht erfolgreich gegen Forderungen von US-Ermittlern zur Wehr setzen konnte, nach denen Apple eine Backdoor in iPhones hätte integrieren sollen. Noch suchen Snowden und Huang gemeinsam nach einer Möglichkeit, das Projekt zu finanzieren. Wann ein erstes Produkt auf den Markt kommt, ist daher noch ungewiss. Huang ist US-Bürger hat unter anderem im Jahr 2002 am MIT einen Doktortitel in Elektrotechnik erworben.

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