Bezahlen per Karte bleibt unsicher
Bezahlvorgänge mit Kredit- oder EC-Karten, die durch eine Kombination aus Chip und persönlichem Code (PIN) geschützt sind, bieten keine ausreichende Sicherheit. Das ist das Ergebnis einer Forschungsarbeit an der Universität Cambridge.
Datenterminals sind laut Forschern unsicher.weitere Artikel
» Von , 13.09.2012 11:27.
Fehler in der Datenverschlüsselung machen es möglich, die Details einer Transaktion über das Karten-Lesegerät in Erfahrung zu bringen. Die Cambridge-Forscher berichten von einer grossen Anzahl von Missbrauchsfällen und machen die Banken verantwortlich, berichtet die «Financial Times».
Realitätsverweigerung bei Banken
Die Forscher aus Cambridge beschäftigen sich schon seit Jahren mit der Sicherheit von Bezahlsystemen und haben bereits wiederholt auf die Lücken in der «Chip and Pin»-Technologie aufmerksam gemacht. Das System, bei dem die Karte in ein stationäres oder tragbares Lesegerät gesteckt und die Transaktion mit PIN bestätigt wird, ist in Einzelhandel und Gastronomie weit verbreitet. Banken und Kreditkartenfirmen haben die Probleme laut den Forschern wiederholt heruntergespielt oder als «theoretisches Problem» bezeichnet.
Zum Schutz der Konsumenten unterliegen die Bezahl-Terminals und Karten eigentlich strengen Sicherheitsauflagen. «Unsere Terminals sind EMV (Europay, MasterCard, Visa) und PCI (Payment Card Industry) zertifiziert beziehungsweise unterliegen diesen strengen Standards. Die Sicherheit wird von unabhängigen Stellen geprüft. Die Richtlinien werden ständig angepasst und die Geräte auf dem neusten Stand gehalten. Benutzt ein Händler ein Zahlungs-Terminal ohne EMV-Standard, obwohl die Karte, mit der Zahlungsvorgänge durchgeführt wurden, über einen EMV-Chip verfügt, dann haftet er im Betrugsfall für den Schaden», sagt Thomas Mohl von der Firma HOBEX payment systems.
Seit vergangenem Juni sind die Cambridge-Forscher laut eigenen Angaben durchschnittlich ein Mal wöchentlich von Opfern der löchrigen Kartensysteme kontaktiert worden. «Wir sind auf viele Fälle von Personen gestossen, die im Urlaub mit ihren Karten bezahlt haben und deren Konten dann von Geldautomaten in der Nähe des Verwendungsortes belastet wurden. So sind Tausende von Pfund an Schaden entstanden», sagt Ross Anderson, einer der verantwortlichen Cambridge-Forscher. Wer für den Schaden aufkommt, ist nicht immer klar geregelt.
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