Uber von allen Seiten unter Beschuss

Beim Fahrdienstvermittler Uber liefs auch schon besser: in den USA befindet er sich wegen seinen selbstfahrenden Autos nach wie vor im Rechtsstreit mit Waymo, in Europa häufen sich Klagen gegen den Taxi-Service.

» Von lp, sda, 11.04.2017 14:30.

weitere Artikel

Uber hat vor Gericht den Vorwurf zurückgewiesen, seine selbstfahrenden Testwagen seien mit gestohlener Technologie der Google-Roboterautos unterwegs. Die Google-Schwesterfirma Waymo will als ersten Schritt eine einstweilige Verfügung gegen Uber erreichen, die das Roboterauto-Programm des Fahrdienst-Vermittlers lähmen könnte.

Sechs Wochen nach der explosiven Waymo-Klage legte Uber nun erstmals ausführliche Argumente zur Verteidigung vor. Im Mittelpunkt des Streits steht Ubers Roboterauto-Chef Anthony Lewandowski. Er war früher jahrelang ein zentraler Kopf bei Googles Projekt für selbstfahrende Autos, insbesondere bei der Entwicklung von Laser-Radaren. Mit diesen auch unter dem Namen Lidar bekannten Geräten erfassen die Wagen ihre Umgebung.

Waymo behauptet, Lewandowski habe vor dem Abgang bei dem Internet-Konzern Ende 2015 rund 14'000 geschützte Dateien mit vertraulichen Informationen zu den Google-Roboterautos heruntergeladen. Lewandowski gründete Anfang vergangenen Jahres die eigene Firma Otto, die wenige Monate später von Uber für 680 Millionen Dollar gekauft wurde. Waymo behauptet auch, dass es schon seit den Otto-Anfängen Kontakte zwischen Uber und Lewandowski gegeben habe - und dass er auch bei der weiteren Firma Tyto Lidar mitgemischt habe, die ebenfalls in Otto und Uber aufging.

Der zuständige Richter William Alsup sprach in einer Anhörung von den schwersten Vorwürfen, die er in 42 Jahren gesehen habe. Lewandowski will sich nicht äussern und macht von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Uber erklärte nun nach einer mehrwöchigen Prüfung: «Um es klar zu sagen, Uber hatte die 26 Geschäftsgeheimnisse oder die 14'000 Dateien, die Lewandowski laut Waymo heruntergeladen hatte, nie in seinem Besitz und setzte sie nie ein.»

Nächste Seite: gemäss Uber will Waymo mit der Klage den Rivalen bremsen

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.