18.05.2016, 08:00 Uhr

Swisscom sahnt beim BIT ab

Das Bundesamt für Informatik gab in den letzten Jahren rund 700 Millionen Franken für externe Dienstleistungen aus. Mehr als jeden vierten Franken davon erhielt die Swisscom.
5,5 Milliarden Franken gab die Bundesverwaltung 2014 für Beschaffungen aus. Bis anhin weigerte sie sich standhaft, darüber hinausgehende Informationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dank eines Bundesgerichtsentscheids musste die Verwaltung nun aber zumindest die 40 grssten Lieferanten der sieben Departemente und der Bundeskanzlei benennen. Ein Resultat: Swisscom, Siemens, Atos, IBM, Global IT AG und Elca Informatik sind die grössten Profiteure bei IT-Beschaffungen.  Am meisten Geld für IT-Beschaffungen gibt naturgemäss das Bundesamt für Informatik (BIT) aus. Knapp 700 Millionen Franken sollen es seit 2011 gewesen sein. Wir haben die Datenauswertung der SonntagsZeitung als Grundlage genommen und die grössten BIT-Lieferanten seit 2011 eruiert. Wichtig: Nur bei etwa der Hälfte des Volumens sind die Auftragnehmer bekannt. Eine vollständige Liste musste die Bundesverwaltung noch nicht übermitteln.
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Von den 700 Millionen Franken vergab das BIT etwa gleich viel für Güter und für Dienstleistungen. Die rund 90 Millionen Franken, welche das BIT jedes Jahr für Dienstleistungen ausgibt, sind Rekord in Bundesbern. Dem TagesAnzeiger erklärte eine Sprecherin die hohen Ausgaben teilweise mit der Reorganisation des Amtes von 2012. Freie Stellen seien vorübergehend zurückhaltend besetzt worden. Man suche laufend die geeignete Balance zwischen interner und externer Stellenbesetzung. Aber nicht nur das BIT lässt viel Geld für externe Beratungen liegen. Im Generalsekretariat des VBS wurden zwischen 2011 und 2014 rund neun Millionen Franken für Management und Coaching ausgegeben. Gemäss «Tagesanzeiger» wurde das Geld für eine «angestrebte und erreichte Effizienzsteigerung im IT-Bereich» verwendet. Namentlich die Boston Consulting Group und der ehemalige Swisscom-Chef Jens Alder seien damit beauftragt worden, «die zahlreichen, inkohärenten und ineffizienten IT-Lösungen im VBS zu konzentrieren». Mindestens ein Teil der Investitionen scheint sich gelohnt zu haben.



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