Schweizer Gewerkschaften fordern Homeoffice-Gesetze

Die Schweizer Gewerkschaften sehen wegen der Digitalisierung Handlungsbedarf. Besonders in Bezug auf Homeoffice brauche es neue Regelungen.

» Von SDA , 02.10.2017 15:18.

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Die Digitalisierung birgt in den Augen der Gewerkschaften Gefahren für Löhne, Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) stellt nun einen umfangreichen Forderungskatalog zum Schutz der Angestellten auf.

Handlungsbedarf sieht der SGB insbesondere im Bereich des Homeoffice. Das bestehende Heimarbeitsgesetz könne aus formellen Gründen nicht auf das Homeoffice angewandt werden, wenn klassische Büroarbeit verrichtet werde, heisst es in einer Mitteilung am Montag. Deshalb sei eine Gesetzesanpassung nötig. Damit sollen spezifische Fragen wie jene der Materialkosten, der Auslagen oder der Haftung geregelt werden.

Ein Dorn im Auge sind den Arbeitnehmervertretern auch sogenannt psychosoziale Risiken, wie die ständige Erreichbarkeit, die Vermischung von Arbeit und Freizeit oder die Isolation im Bereich der Telearbeit. Diese Risiken könnten mit der Digitalisierung zunehmen, deshalb seien sie im jeweiligen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) festzulegen, sodass der Arbeitgeber allenfalls Gegenmassnahmen ergreifen muss.

Weil durch die Digitalisierung gewisse Berufe verschwinden oder sich stark verändern dürften, fordert der SGB zudem ein besseres Aus- und Weiterbildungsangebot für die Angestellten. IT-Kompetenzen würden immer mehr zu einer Basis, die alle beherrschen sollten. Und die Hochschulen müssten neue Forschungsbereiche im Bereich Cloud, Big Data oder Sicherheit entwickeln.

Auch altbekannte Forderungen legt der Gewerkschaftsbund im Rahmen seiner Digitalisierungskampagne neu auf. So fordert der SGB eine Offensive zur konsequenten Durchsetzung bestehender arbeitsrechtlicher Regeln. Zudem sollen wegen der häufigeren Selbstständigkeit der Arbeitnehmenden die Hürden für die Allgemeinverbindlich-Erklärung (AEV) der GAV gesenkt werden. Die GAV-Lücken im Detailhandel, im Journalismus, bei den Versicherungen und zum Teil bei den Banken müssten zudem rasch geschlossen werden.

Als weitere Massnahmen im Zuge der Digitalisierung fordert der SGB einen besseren Kündigungsschutz für langjährige ältere Angestellte, ein Reallohnwachstum im Einklang mit der Produktivität sowie höhere Gewinnsteuern. Nicht zuletzt müssten Arbeitnehmende bei technologischen und organisatorischen Neuerungen im Betrieb mehr mitbestimmen können.

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KOMMENTARE

Wilma Upe: 12-10-17 15:03

Um unnötige Diskussionen und Streitigkeiten zu vermeiden, finde ich es gut, dass sich mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt wird. Denn wo es Regeln und Gesetze gibt, gibt es unter Umständen auch weniger Reibungspunkte zwischen Gesetzgeber, Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Homeoffice kann man sich heutzutage gar nicht mehr weg denken. Es ist ein wahrer Bestandteil der Berufskultur geworden. Als Arbeitnehmer erfreut man sich daran, von zu Hause arbeiten zu können. Mehr Flexibilität im Alltag und trotzdem kann man arbeiten und Geld verdienen. Gutmöglich auch, dass Arbeitnehmer effektiver arbeiten, da sie durch Home-Office motiviert werden.

Und es werden immer mehr Branchen, in denen es möglich ist von zu Hause zu arbeiten. Bei mir beispielsweise hat es funktioniert. Ich habe bei https://www.t5-karriereportal.de/ eine neue Stelle gefunden und kann an gewissen Tagen von zu Hause arbeiten. Eine tolle Sache, da ich so auch besser auf meine Kinder aufpassen kann, im Falle einer Krankheit zum Beispiel.

Diese Debatte werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen! Vielen Dank für den Artikel.

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