Schweizer App soll Teenager vor IS-Radikalisierung bewahren

Zusammen mit Studierenden der Genfer Fachhochschule Crea plant eine Sozialarbeiterin eine App, die Jugendliche untereinander vernetzt, damit sie sich gegenseitig helfen können.

» Von Simon Gröflin , 24.02.2016 14:30.

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Jahrelang hat sich die heutige Sozialarbeiterin Mathilde Chevée für Elekto-Gadgets begeistert, wie sie gegenüber «SRF» sagt. Mit einer gegensätzlichen Werbethese zur IS-Propaganda will die frühere Marketingspezialistin nun Jugendliche für sich und ihre Probleme interessieren. «Du bist du - und du bist eine Kapazität des Agierens»: So laute stets die Botschaft des Islamischen Staats. Daher habe der IS im Web auch Erfolg - weil die plakative Message den Teenagern Verantwortung suggeriere.

Eine Plattform ohne Erwachsene

Zusammen mit Studenten der Genfer Fachhochschule hat die Sozialarbeiterin die Entwicklung der App «Otop» ins Leben gerufen. Die Idee dahinter sei eine Social-Media-Plattform, die ausschliesslich für Jugendliche gedacht ist. Erwachsene bleiben aussen vor. Um die kommerziellen Chancen abzuwägen, hätte man zuvor eine Marktstudie durchgeführt. «Die Grundidee ist, sich füreinander zu interessieren», betont Chevée. So können die Teenager untereinander ihre Sorgen austauschen. Ein Punktesystem ist ebenfalls in Planung: Wer jemandem bei einem Problem hilft, erhalte eine Art Belohnung.

Die Sozialarbeiterin Chevée hat ihr App-Projekt kürzlich an einer Genfer Konferenz zum Thema Deradikalisierung vorgestellt. Rund 200'000 Franken werden zur Realisierung anfallen. Die Hälfte davon hat sie bereits aus Stiftungsgeldern zusammen.

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