SBB wollen Gesetz, das ihnen Datensammeln erlaubt

Die SBB wollen ein Gesetz, das ihnen erlaubt, mit dem Swiss Pass Daten zu sammeln. Mit den Daten will die Bahn individualisierte Tarifmodelle erstellen können.

» Von Fabian Vogt , 05.04.2016 10:54.

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Die Schweizerischen Bundesbahnen und der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) mussten die bislang erhobenen Swiss-Pass-Daten wieder löschen. Der Eidgenössische Datenschützer kritisierte die Erhebung der Daten und meinte, sie seien weder verhältnismässig noch basieren sie auf einer rechtlichen Grundlage.

Um den zweiten Punkt auszumerzen, wollen die SBB das Recht auf Datensammeln per Gesetz erreichen. Dies sagte SBB-Chef Andreas Meyer gegenüber der «NZZ am Sonntag». «Wir sind auf Kundendaten angewiesen, wenn wir unsere Angebote weiterentwickeln wollen.»

Damit meint Meyer die Entwicklung neuer Tarifmodelle, schreibt die «NZZ» weiter. Wer mehr fährt, soll günstigere Tickets erhalten. Wer zu Stosszeiten auf beliebten Strecken fährt, muss mehr zahlen. Die SBB sagen, man wolle dies zum Nutzen der Kundschaft tun. Diese könnte von massgeschneiderten Angeboten profitieren.

Ueli Stückelberger, Direktor des Dachverbandes VöV, hat laut «NZZ» einen Plan, wie das Begehren rasch in die Tat umgesetzt werden könnte: Der Bundesrat soll die Möglichkeit zur Datenerhebung noch in die Vorlage zur Organisation der Bahninfrastruktur einbauen. Zu diesem Geschäft fand letzten Herbst bereits eine Vernehmlassung statt, als Nächstes wird die Botschaft an das Parlament erwartet.

Wenig Freude am Vorstoss hat die Stiftung für Konsumentenschutz. Sie sagt auf Anfrage der «NZZ», dass man «keine Sonderlösung für einen staatsnahen Betrieb» wolle.

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