Marcel Dobler neuer ICTswitzerland-Präsident

ICTswitzerland hat Nationalrat Marcel Dobler zum neuen Präsidenten gewählt. Dobler folgt auf Ständerat Ruedi Noser, dessen Motion zur digitalen ID er gleich aufnehmen will.

» Von Mark Schröder , 17.03.2017 11:23.

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Der digitec-Mitgründer Marcel Dobler ist neuer Präsident des Dachverbandes ICTswitzerland. Die Delegiertenversammlung wählte den Nationalrat am Donnerstag in Zürich einstimmig. Dobler folgt auf Ständerat Ruedi Noser, der nach acht Jahren das Präsidentenamt abgab. Als neuer Vizepräsident wurde Nationalrat Franz Grüter ernannt. Er tritt die Nachfolge von SwissICT-Präsident Thomas Flatt an.

Der neue Präsident fehlte allerdings an der Versammlung, da er im Nationalrat in Bern weilen musste. In einer Videobotschaft kündigte Dobler an, sich auch im Parlament dafür einsetzen zu wollen, dass die Vorteile der Digitalisierung zum Wohle der Schweiz genutzt werden können. Seine zunächst zweijährige Amtszeit solle durch drei Schwerpunkte geprägt werden: Erstens das Stärken der digitalen Aus- und Weiterbildung für alle Altersgruppen, zweitens dem Schaffen von Rahmenbedingungen, um die Innovationskraft der Schweiz zu stärken, sowie drittens dem Anpassen und Umsetzen von Gesetzen und Vorschriften, welche die Digitalisierung fördern statt verhindern.

Digitale ID erstes Ziel

Dobler beabsichtigt zuerst, eine Motion seines Vorgängers Noser aus dem Jahr 2004 erneut ins Parlament einbringen zu wollen. Der damalige Nationalrat hatte sich für die Schaffung einer digitalen Identität für alle Schweizer Bürger eingesetzt. Der Bundesrat hatte die Ablehnung beantragt. Nachdem sie vier Jahre hängig war, wurde sie 2008 abgeschrieben. «Marcel Dobler darf erst dann die Präsidentschaft von ICTswitzerland abgeben, wenn die digitale Identität umgesetzt ist», scherzte Noser an der Versammlung. 

Die Schweizer Bevölkerung sieht allerdings noch keinen Nutzen in einer digitalen ID. Gemäss einer Umfrage des Forschungsinstitut gfs Bern würde es ein Drittel (35 Prozent) begrüssen, sich mit einer elektronischen Identität ausweisen zu können. Nicht ganz die Hälfte (48 Prozent) ist dagegen, die übrigen 17 Prozent sind unentschieden. Wie ICTswitzerland-Vorstand Thomas Meyer an dem Anlass sagte, werden alle Ergebnisse der Umfrage im Mai auf der Plattform digital.swiss aufgeschaltet. 

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