21.04.2016, 10:44 Uhr

Doris Leuthard kritisiert SBB und Telkos für schlechten Empfang im Zug

Verkehrsministerin Doris Leuthard hat genug davon, dass im Zug nach wie vor nicht unterbruchsfrei telefoniert werden kann. Dass SBB und Telkos keine Lösung für das Problem finden, sei peinlich.
Im Zug telefonieren ist oft ein Ärgernis. Die Verbindungen werden immer mal wieder unterbrochen, die Empfangsqualität ist öfters schlecht als recht. «Das ist peinlich», sagte Verkehrs- und Kommunikationsministerin Doris Leuthard gestern an einer Medienkonferenz. Leuthard stört sich besonders daran, dass nichts vorwärts geht, sagte sie in einem Interview mit Radio SRF: «Eine Zeitlang haben die Telekom-Anbieter und die SBB gestritten, wer die Kosten für die Router in den einzelnen Zügen zahlen soll. Nach einem Jahr Diskussionen ohne Ergebnis haben wir uns bereit erklärt, über den Bahnkredit einen gewissen jährlichen Beitrag zu leisten, damit die Umstellung erfolgt.» Genützt hat das offenbar wenig. Nachdem die SBB erklärten, ihre Pläne für die Aufrüstung von 1700 Wagen des Regionalverkehrs aus finanziellen Gründen weiter hinauszuschieben, sei ihr endgültig der Geduldsfaden gerissen. «Das ist ein Ärgernis, ein grosses Ärgernis.» Die Schuld will sie aber nicht nur den Schweizerischen Bundesbahnen zuschieben, auch an den Telkos arbeitet sich Leuthard, die auch Kommunikationsministerin ist, ab: «Jede Telekommunikationsunternehmung hat ihre Masten. Vielleicht müsste man darüber nachdenken, die vorhandenen Antennen miteinander zu teilen.» Klar ist für Leuthard, dass sie nicht mehr machen kann als Vorschläge zu liefern: «Der Bund kann Wünsche äussern und dafür sorgen, dass diese in die Strategien und Vorgaben für die SBB einfliessen. Aber umgesetzt werden muss das in Zusammenarbeit von Bahn und Telekomgesellschaften. Doris Leuthard hofft, dass ihre Kritik bei den Angesprochenen auf offene Ohren stösst: «Technische Probleme müssen in einem Land wie der Schweiz in nützlicher Frist lösbar sein. Die Unternehmen müssen sich dessen bewusst werden und sagen: Es ist jetzt fünf vor zwölf.»



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