CEO-Löhne stiegen 2016 markanter als jene des Fussvolkes

Lohnschere: Letztes Jahr erhielten die CEOs der 40 grössten Schweizer Firmen im Schnitt sieben Prozent mehr Lohn. Die Saläre der Arbeitnehmenden stiegen dagegen durchschnittlich nur um 0,7 Prozent.

» Von SDA , 20.06.2017 16:41.

weitere Artikel

Die Lohnschere zwischen Chefs und Untergebenen öffnet sich weiter. Im Schnitt sind die Löhne der CEOs von 40 grossen Schweizer Konzernen 2016 um 7 Prozent angewachsen. Arbeitnehmende erhielten gerade mal 0,7 Prozent mehr Lohn.

Die Lohnschere zwischen dem höchsten und dem tiefsten ausbezahlten Lohn öffnete sich damit 2016 weiter auf durchschnittlich 1:165, wie die Gewerkschaft Unia in einer am Dienstag vorgestellten Studie festhält. Im Vorjahr lag das Verhältnis bei 1:150.

In 26 der 40 untersuchten Schweizer Unternehmen stiegen dabei im vergangenen Jahr die Cheflöhne. Allein die an die CEOs ausgeschüttete Lohnsumme stieg um fast 10 Millionen auf 188 Millionen Franken.

Harsche Kritik an Chefs von Schindler und Sulzer

Die Gewerkschaft sieht dabei in einigen Fällen einen extremen Gegensatz zwischen den ausbezahlten Salären, dem ausbleibenden Unternehmenserfolg und den wirtschaftlichen Abbaumassnahmen zu Lasten der Belegschaft. An den Pranger gestellt werden dabei insbesondere der Innerschweizer Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler und der Winterthurer Industriekonzern Sulzer.

Schindler habe im vergangenen Jahr 120 Stellen gestrichen und Sulzer habe angekündigt, im Verlauf des Jahres 2017 rund 90 Arbeitsplätze in der Schweiz abzubauen. Schindler-CEO Silvio Napoli und Sulzer-Chef Gregoire Poux-Guillaume hätten aber dennoch je 3,5 Millionen Franken kassiert. Das sei nur minim weniger als im Vorjahr. Nach Ansicht der Unia sähe eine leistungsabhängige Entschädigung aber anders aus.

Spitzenreiter mit dem höchsten Gehalt war wie im Vorjahr UBS-Chef Sergio Ermotti. Mit 13,7 Millionen Franken verdiente er fast doppelt so viel wie Ernst Tanner, Chef von Lindt&Sprüngli, der mit 7,42 Millionen Franken auf Rang 10 liegt.

Nächste Seite: 14 Prozent mehr für den CEO der Credit Suisse

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.