Wenn Schweizer Firmen mit IT experimentieren

» Von Mark Schröder , 29.09.2017 17:49.

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Das Management der Werkzeugflotte haben Christoph Meyer von Implenia und Gerald Reif von ipt adressiert. Der Baukonzern Implenia ist nach den Worten Meyers heute mit rund 10'000 Werkzeugen auf knapp 50 Baustellen in der ganzen Schweiz präsent. Dabei stellen sich Fragen wie: Wo ist ein bestimmtes Werkzeug? Wie häufig respektive intensiv werden die Werkzeuge genutzt? Oder: In welchem Zustand sind die Werkzeuge?

Für eine Management-Lösung müssten alle Werkzeuge mit einem Sensor ausgestattet werden. Der Chip würde die relevanten Daten an die Azure-Cloud melden, wo sie in Echtzeit verarbeitet und in einem Dashboard präsentiert werden. Die Cloud-Lösung wurde an dem Hackathon entwickelt. Meyer prognostizierte eine bis zu 30 Prozent bessere Auslastung und Einsparungen von maximal drei Millionen Franken durch weniger Defekte. An die Grenzen käme die Anwendung, wenn Implenia die tatsächliche Werkzeugnutzung minutengenau verrechnen wollte. Dafür sei die Datenqualität zu schlecht, sagte Meyer.

Variable Billette-Preise

Im Fernverkehr beträgt die Auslastung der SBB-Züge heute zwischen 20 und 30 Prozent. Mit flexiblen Billette-Preisen könnten womöglich die Reisenden zur Wahl anderer Abfahrtzeiten überzeugt werden, sagte Christoph Tyssen von der SBB. Damit liesse sich die Auslastung erhöhen. In dem Projekt «DynaTix» arbeitete er gemeinsam mit Christian Sanabria von ipt daran, eine alternative Preiskalkulations-Engine zu entwickeln. 

Die Software wurde mit historischen Daten zu Auslastung, Feiertagen, Preisen und Wetter gefüttert. Mithilfe von IBMs Watson-Technologie wurde dann ermittelt, welcher Faktor den grössten Einfluss auf die Billette-Verkäufe hat. Zusätzlich wurde der theoretische Konkurrent FlixBus in die Kalkulation mit einbezogen. Die Analyse ergab, dass kein Faktor allein die Abverkäufe entscheidend erhöht. Nicht einmal der FlixBus (der in der Schweiz noch gar keine Zulassung besitzt) hatte einen bedeutenden Einfluss auf Billette-Verkäufe. Tyssen plant nun, die Engine mit Echtzeitdaten erneut zu testen.

«Programmatic Buying»

Schon heute bestellen smarte Hausgeräte über das Internet automatisch neue Batterien, Geschirrspülmittel und Öl. An dem «Programmatic Buying» verdient hauptsächlich der Online-Händler mit. Traditionelle Firmen und auch der Finanzdienstleister gehen leer aus. Wenn in Zukunft immer mehr Maschinen mit einem Käuferkonto ausgeliefert werden, wird es auch die Zahlungsverkehrssparte von Six spüren. Urs Gubser von Six will dem mit einer eigenen Bezahllösung für Smart Devices gegensteuern. 

Ein weiterer Wettbewerber für Six sind Bezahl-Apps auf Smartphones. Auch PayPal & Co. funktionieren ganz ohne die traditionelle Zahlungsinfrastruktur, sagte Gubser. Mit Twint hat der Konzern bereits eine selbst mitentwickelte Anwendung lanciert, die in Zukunft noch ausgebaut werden soll.

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