Swiss BPM Forum: Mehr als Automatisierung

Am Swiss BPM Forum wurden Tools, Anwendungsfälle und Best Practises zu Business Process Management präsentiert. Vor allem aber konnten sich Anwender branchenübergreifend über ihre eigenen Erfahrungen austauschen.

» Von David Lee , 09.03.2015 11:40.

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Bereits zum fünften Mal führte uvision Anfang März das jährliche «Swiss BPM Forum» durch. Die rund 300 Teilnehmer bestanden mehrheitlich aus Entscheidungsträgern von mittelständischen und grossen Schweizer Unternehmen. Ihnen wurde die Gelegenheit geboten, sich mit Anbietern von Lösungen im Bereich Business Process Management auszutauschen – oder auch untereinander. Diesen direkten Austausch zu ermöglichen, war den Veranstaltern genauso wichtig wie die Präsentationen, Sessions und Roundtables.

Laut Peter Bertschinger, Senior Business Manager von uvision und Gesamtverantwortlicher des BPM Forums, hat das allgemeine Interesse an BPM im Lauf der Jahre stark zugenommen. «Die digitale Revolution und natürlich auch der Innovations- und Effizienzsteigerungsdruck machen das Thema aktuell». Dieser sei zurzeit in der Energiebranche besonders hoch. Die Immobilienbranche zeige ebenfalls ein gesteigertes Interesse – vorausschauend, da sie in Zukunft stärker unter Druck geraten könnte. Bertschinger ergänzt: «Schwachstellen und Opportunitäten müssen schneller erkannt, ausgemerzt und optimiert werden. Das Swiss BPM Forum ermöglicht diesen branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch, um von den erfolgreichen Geschäftsmodellen anderer zu profitieren. Daher sollte dieser Thematik höchste Priorität auf der Geschäftsleitungsagenda jeder Unternehmung beigemessen werden.»

Um BPM im Bankensektor ging es in einer Panel-Diskussion am Nachmittag. Markus Bührer von Leonteq Securities AG vertrat klar die Ansicht, dass das Investment-Banking ohne Automatisierung gar nicht fortgeführt werden könne. Im Gegensatz zur Industrie sei BPM aber in diesem Sektor noch wenig verbreitet. Beat Hugelshofer, Senior Business Analyst von SIX Financial Services AG, äusserte denn auch Vorbehalte: Die Mitarbeiter hätten Ängste vor einer totalen Kontrolle; sie würden dann eine Suborganisation aufbauen, sodass unter der schönen Fassade das totale Chaos herrsche. Zudem würde zu viel Standardisierung auch Innovationen verhindern, meinte Hugelshofer. Frank Bitzer von Finanz Informatik Technologie Services hielt dem entgegen, dass eine systematische Messung nicht in einem Big-Brother-Szenario enden müsse. Zudem könne BPM auch eingesetzt werden, ohne bestehende und funktionierende Prozesse über den Haufen zu werfen.

Dass BPM mehr ist als Automatisierung, wurde am Forum mehrmals betont. Laut Clay Richardson, der die Schluss-Keynote hielt, wurde das Informationszeitalter etwa 2010 vom «Zeitalter des Kunden» abgelöst. Damit sei es nicht länger die Automatisierung, die Geschäftsprozesse voranbringe, sondern die Interaktion mit dem Kunden.


Der Termin fürs nächste BPM Forum steht schon fest: Am 3. März 2016, wiederum im Mövenpick Hotel Zürich-Regensdorf.

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