Software Contest: ERP unter der Lupe

Was kann Business-Software leisten? Dieser Frage mussten sich vier Anbieter von ERP-Software in einer Live-Demo in Bern stellen.

» Von Susann Klossek , 06.05.2015 15:47.

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Wer in Business-Software investiert, will sicher sein, dass er das für seine Bedürfnisse optimale Produkt erwirbt. Doch wie definiert sich optimal, was kann welche Software für mich leisten und welche Bedürfnisse habe ich überhaupt? Vor diesen Fragen stehen viele Anwender von ERP-Systemen und oft wird das System nur als teures Verwaltungsprogramm für Adressen, Artikel oder Aufträge genutzt. ERP-Systeme sind aber deutlich mehr, als nur eine Datenablage. Das kreative und intelligente Potential der Lösungen wird jedoch nur selten erkannt und ausgereizt. 

Unter dem Motto «Erfolgsfaktor Business Software» luden deshalb die Organisatoren der Messe Topsoft, schmid + siegenthaler, nach Bern zum Software-Contest. In einer mehrstündigen Live-Demo traten Vertreter von Abacus, Asseco, Myfactory und Step Ahead gegeneinander an.

Unübersichtlicher Markt

Vor allem das allgegenwärtige Thema «Digitale Transformation» übt heute enormen Druck auf die Unternehmen aus. Business-Software mache erst die digitale Transformation möglich, so Marcel Siegenthaler in seiner Eröffnungsrede. Sie erfasst Daten, wandelt diese in Informationen um und bildet so die Basis für die Geschäftsführung. Doch der Markt für Business-Software ist eher unübersichtlich und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Angeboten sind schwer zu eruieren.

Wie sich mittels eines ERP-Systems die Ressourcen eines Unternehmens – Finanzen, Mitarbeitende, Zeit, Maschinen, Material – bewirtschaften und sich damit am Ende operative und strategische Entscheidungen treffen lassen, mussten die vier Anbieter live auf der Bühne beweisen.

Den anwesenden Vertretern aus Anwenderunternehmen verschiedenster Branchen wurde aufgezeigt, wie sie ihre Marktchancen überblicken, ihre Lieferanten bewerten, Liquidität und Service im Griff behalten, ein Budget erstellen, Arbeits- und Präsenzzeiten ermitteln, im ERP-System ein Projekt erfassen und pflegen und wie sie ihr ERP auf mobile Geräte bringen können.

KPIs ja, aber nicht zu viele

Was Führungskennzahlen eines Unternehmens sind und wie sie sinnvoll verwendet werden, erklärte Gastreferent Andreas Spiess, Gründer von Arumba, anhand eines Miniroboters. Zwar waren einige seiner Ausführungen Binsenweisheiten, die aber trotz allem in vielen Unternehmen noch nicht immer befolgt werden. Key Performance Indicatoren (KPIs) seien wichtig, doch statt zu viele, sollte man lieber die richtigen anwenden und in Bezug zueinander setzen.

Anhand des Roboters erklärte der Ingenieur, dass es auf dem Weg zum Resultat klare Strukturen brauche. Es benötige ein klares, messbares Ziel, das (gemessene) Resultat müsse stimmen (nicht Äpfel mit Birnen vergleichen), das Steuersignal, also das Resultat, müsse vom System verstanden werden und es benötigt einen geschlossenen Regelkreis mit klaren, auf die Zielerreichung abgestimmten Regeln, kurz: Alle Informationen müssen verständlich und zeitnah für alle Involvierten zur Verfügung stehen. Ein Link in Richtung Software. Und: «Alle Systeme haben Grenzen, innerhalb derer sie reagieren können», warnte Spiess abschliessend.

Ob die Besucher des Contests am Ende des Tages wissen, welche Business-Software die ideale für ihre individuellen Bedürfnisse ist, sei dahingestellt. Wie sagte ein Teilnehmer zu Computerworld so schön: «Ich bin so schlau wie vorher, aber meine Verwirrung ist jetzt strukturierter.» Fakt ist, alle vier Lösungen sind auf ähnlich hohem Niveau, haben alle wichtigen Module standardmässig integriert, sind cloudfähig und auf mobilen Geräten nutzbar. Der Kunde hat weiterhin die Qual der Wahl. Der Software-Contest 2016 kommt bestimmt.

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