Smart Energy Party: Energiebranche mit Nachholbedarf bei Digitalisierung

Rund 1000 Gäste aus dem Energiesektor kamen an der Smart Energy Party zusammen, um zu netzwerken und sich unterhalten zu lassen. Dabei wurde klar, dass die Digitalisierung ein Sorgenkind der Branche ist

» Von Fabian Vogt , 02.11.2015 13:29.

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Zum dritten Mal fand letzte Woche die Smart Energy Party * statt. Rund 1000 Gäste waren gekommen, hauptsächlich mit dem Ziel, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Unter den Anwesenden befanden sich 30 National- und Ständeräte, darunter mit Heinz Brand (SVP/GR) auch einer der Favoriten auf den freiwerdenden Bundesratssitz von Eveline Widmer-Schlumpf.

Für das Rahmenprogramm waren ETH-Professor Friedemann Mattern, Ski-Olympiasiegerin Dominique Gisin und Weltraumforscherin Prof. Dr. Kathrin Altwegg besorgt. Während Friedemann Mattern Prognosen aus der Vergangenheit mässig witzig auf ihre Richtigkeit überprüfte, überzeugte Dominique Gisin mit Charme und ihrer Lebensgeschichte das Publikum und spornte es an, immer nach dem Optimum zu streben. Für den intellektuellen Teil war Kathrin Altwegg zuständig, die den Gästen die drei Newtonschen Gesetze (Trägheit, Aktion, Reaktion) erklärte. Dass mancher Zuschauer nach einer Portion Pasta wohl heute bereits nicht mehr alle aufzählen kann, sei verziehen. Der Hauptgrund des Zusammenkommens war ja das Netzwerken.

IT-Branche Freund oder Feind?

Unter den Gästen waren selbstredend auch verschiedene ICT-Vertreter wie Marcel Borgo, Managing Director von Hewlett Packard Enterprise oder die IT-Unternehmerin und Nationalrätin Jaqueline Badran (SP/ZH). Und Firmen wie Cisco, Swisscom oder Zühlke zählten zu den Tischgastgebern. Trotzdem wurde man das Gefühl nicht los, dass bei der Zusammenarbeit von ICT- und Energiefirmen noch Verbesserungspotenzial besteht. Schliesslich ist die Energiebranche ebenfalls stark von der Digitalisierung betroffen, ihre Unternehmer scheinen aber nicht richtig zu wissen, wie sie die digitale Zukunft angehen wollen. Bezeichnend dafür ist, dass auf die Frage der Computerworld, welches denn das derzeit innovativste Energieunternehmen sei, die meisten Gäste Swisscom Energie Solutions antworteten.

Verbesserungspotenzial bei Digitalen Themen machte auch Kurt Lüscher, CEO von Energie 360 und Initant der Smart Energy Party, aus: «Die Branche ist noch nicht auf dem richtigen Weg», sagte Lüscher, der als ehemaliger Telekom-Mann über ICT-Themen sehr gut informiert ist. Und glaubt, dass die Energiebranche auf die Informatikbranche angewiesen ist, um vorwärts zu kommen.

Ähnlich denkt Heinz Karrer, Präsident von Economiesuisse. Er ist überzeugt, dass die IT-Branche immer stärker in die Energiebranche eingreifen und ihr neue Geschäftsmodelle aufzwingen wird.

Ob das geschieht oder ob die Energiebranche erfolgreich gegensteuern kann, weiss man vielleicht bereits bei der nächsten Smart Energy Party. Diese findet am 27. Oktober 2016 statt.

 

* Computerworld ist Medienpartner der Smart Energy Party

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KOMMENTARE

Ornella Rion: 03-11-15 14:24

Bei der Vernetzung der Energie-Infrastrukturen (Produzenten, Transporteure, Konsumenten) ist höchste Vorsicht geboten. Denn viele IT-Leistungserbringer wie Microsoft, Google, Facebook, u.a. haben uns immer wieder die Sicherheit versprochen. Und was ist passiert? Lücken, Flicke, Lücken, Flicke, ...

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