Schweizer Experten: Digitalisierung erfordert neues BPM

» Von Mark Schröder , 04.03.2016 10:44.

weitere Artikel

Der Könizer Baukonzern Losinger Marazzi adaptiert sein Geschäft bereits an die neue digitale Realität. Verwaltungsratspräsident Jacky Gillmann sagte an dem Anlass, dass in der Geschäftsleitung eifrig diskutiert werde, wie Bauvorhaben in Zukunft geplant werden. Denn wegen der vielerorts digitalen Arbeitsmittel und der Option auf Home Office würde weniger Bürofläche benötigt. Sharing-Modelle bei Kraftfahrzeugen führten dazu, dass bei Wohnungsneubauten bei den Stellplätzen gespart werden könne. 

Mit Projekten wie Smart Cities und Verfahren wie der 3D-Druck würden auf die Baubranche noch weitere tief greifende Veränderungen zukommen, mit denen sich Losinger Marazzi intensiv beschäftige, erklärte Gillmann. Bei beiden Themen könnte sich das Unternehmen nicht auf die traditionellen Geschäftsprozesse beschränken. Vielmehr erwäge man die Zusammenarbeit mit Start-ups, die oftmals noch eine andere Herangehensweise an künftige Fragestellungen hätten.

Police für die Schwarze Piste

Auch die Helvetia Versicherungen setzt sich mit der Digitalisierung auseinander. Schweiz-CEO Philipp Gmür berichtete zwar, dass die Notwendigkeit des Wandels noch nicht gross sei, da die Margen in der Versicherungsbranche noch beruhigend hoch sind. Trotzdem treibe ihn die Frage um, ob das heute erfolgreiche Geschäft morgen noch das gleiche ist.

Die Zeichen stünden zweifellos auf Veränderung, denn die Kunden hätten heute eine nie dagewesene Transparenz bei den Versicherungsverträgen, sagte Gmür. Da den Assekuranzen eine Tradition in Forschung und Entwicklung fehle, müssten die Unternehmen heute bereit sein, das eigene Business zu kanibalisieren, sonst würde das Geschäft von anderen Playern übernommen. Ein Modell sei etwa eine Sofort-Police, die ein Kunde an seinem Smartphone abschliessen könne, bevor er eine Schwarzen Piste hinabfährt. 

Im Kerngeschäft der Helvetia sei es absehbar, dass die Vertriebsmitarbeiter in Zukunft von Computern unterstützt würden. Die Berater müssten lernen, sich die Maschine zunutze zu machen, sonst liefen sie Gefahr, dass die Rechner sie ersetzen. Das gelte auch für andere Dienstleistungsbranchen, sagte der CEO. «Die Digitalisierung fordert das Schaffen neuer Berufsbilder, sonst schafft sich die Schweiz selbst ab», schloss Gmür.

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.