Schweizer CIOs diskutieren Digitalisierung

» Von Mark Schröder , 13.04.2016 06:45.

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Die Wichtigkeit der Mitarbeiter bei Digitalisierungsprojekten hob Dropbox-Landeschef Oliver Blüher an dem Anlass hervor. Ein engerer Kundenkontakt, mehr Rückmeldungsschleifen und neue, allenfalls erklärungsbedürftige Produkte würden schnelle Kommunikationswege benötigen. Der Austausch (auch von Daten) müsste unabhängig von Device und Plattform sowie auch über Standorte und Kontinente hinweg funktionieren. Dafür empfahl Blüher die Installation einer unternehmensweiten Kollaborationsplattform. Die Zeit zum Handeln sei gekommen. «Unternehmen sollten sich nicht vom Markt treiben lassen sondern mit Bedacht selbst in die Initiative gehen», empfahl er.

Speziell die Software-Entwickler werden gemäss Egon Steinkasserer, Head of Innovation & Enabling Services bei Swisscom, heute nicht genug wertgeschätzt. Das müsse sich jetzt ändern, denn Software könne zum wettbewerbsentscheidenden Vorteil werden. Die Mehrheit der heute als disruptiv geltenden Firmen basieren rein auf Software, etwa Airbnb, Facebook, Tesla und Uber. Den Schweizer IT-Kollegen rief Steinkasserer zu: «Bauen Sie Software-Know-how im Kerngeschäft auf.» Für alle anderen Unternehmensbereiche könnte Software zugebucht oder zugekauft werden.

«Sie müssen keine Angst haben.»

Eine neue Art von Software-Programmen sieht Prafull Sharma auf die Anwenderfirmen zukommen. Wie der Head of Digital and CIO Advisory beim Beratungsunternehmen KPMG an der Konferenz sagte, «lernen» Computer heute aus Abläufen und Regeln mit dem Ziel, die Prozesse anschliessend zu automatisieren. Die «selbstlernenden» Programme (oder Roboter) seien die Vorstufe zu «kognitiven» Systemen – wie IBMs Supercomputer Watson.

Die Maschinen sind nach den Worten Sharmas in Zukunft in der Lage, wie Menschen zu reagieren und zu agieren. Die Entwicklung einer «Digital Labor» sei im vollem Gange. «Sie müssen keine Angst haben vor den kognitiven Maschinen», meinte er. Jedoch äusserte er sich auch überzeugt, dass die Technologie die Jobs von einem Drittel der weltweit rund 300 Millionen Wissensarbeiter bedrohe. Service Provider wie Cognizant und Tata würden etwa in Zukunft weniger Personal einstellen und stattdessen die Dienste von Computern nutzen. Auch KPMG als reine Service-Organisation ist laut Sharma ebenfalls betroffen: Die auf das nationale Steuerrecht spezialisierten Berater müssten lernen, dass der Computer eine Expertise nicht nur in einem Land, sondern in vielen Ländern habe.

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