Schweizer CIOs diskutieren Digitalisierung

» Von Mark Schröder , 13.04.2016 06:45.

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Eines der Schweizer Vorzeigeunternehmen bei der Digitalisierung ist die SBB. CIO Peter Kummer betonte an der Konferenz, dass das Thema digitale Transformation einen hohen Stellenwert bei den Schweizerischen Bundesbahnen habe. «Digitalisierung ist ein roter Faden in der Konzernstrategie der SBB, nicht nur in der IT-Strategie», sagte er. Die verschiedenen Projekte zielten auf drei Bereiche: neue Kundenanforderungen, die eigenen Angestellten und die Optimierung des Bahnbetriebs.

SBB: Kunden, Mitarbeiter, Züge

Als Beispiel für Digitalprojekte führte Kummer an, dass der Konzern gemeinsam mit den Telekommunikationsfirmen Salt, Sunrise und Swisscom kontinuierlich an der Verbesserung des Handyempfangs im Zug arbeite. Ein länderübergreifender Test habe ergeben, dass die Massnahmen erfolgreich sind: In der Schweiz gibt es auf 98 Prozent der Strecken Empfang, in Österreich nur auf 87 Prozent und in Deutschland sogar nur auf 75 Prozent. Der Deutschen Bahn helfe es wenig, wenn sie ihre ICEs gross mit «WLAN» beschrifte, auf den Strecken aber keine Verbindung anbieten könne, weil die Aussenversorgung nicht ausreicht, scherzte der CIO.

In den Zügen, auf den Perrons und im Gleisbett mobil erreichbar sind mittlerweile die rund 33'000 Mitarbeiter der SBB. Wie Kummer sagte, seien unterdessen alle Angestellten mit Smartphones ausgestattet. Die einheitliche Mobilplattform mache es für die circa 1000 IT-Mitarbeiter der SBB einfacher, die Geräte zu verwalten und zu warten. Nun stünde die Optimierung der Arbeitsabläufe und Prozesse an. 

Den Bahnbetrieb optimiert die SBB seit nunmehr drei Jahren mit dem «Rail Control System». Die selbst entwickelte Plattform verarbeite pro Sekunde circa 10'000 Statusmeldungen und Daten aus über 780 Bahnhöfen sowie von 1000 Zügen, sagte der CIO. Mithilfe der Funktion «Adaptive Lenkung» würden Millionensummen an Stromkosten eingespart, etwa durch weniger Stopps an Rotsignalen. Die früher 2000 Halte pro Tag sollen kontinuierlich auf 200 reduziert werden. Solche Resultate erregen nach den Worten Kummers auch im Ausland Aufmerksamkeit. So haben unter anderem die Bahnbetriebe in Belgien und Deutschland mittlerweile die Technologie bei der SBB eingekauft. «Entwicklungen wie das Rail Control System sind wichtig für die Schweizer Volkswirtschaft», betonte der CIO.

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