Red Hat: Public Cloud als neuer Mainframe

Der Linux-Anbieter Red Hat will verhindern, dass ein Vendor Lock-in bei einem Public-Cloud-Provider zum Problem für Schweizer Kunden wird – wie es der Mainframe teilweise ist.

» Von Mark Schröder , 12.09.2017 19:02.

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Der Weg in die Cloud ist für viele Schweizer Anwenderunternehmen vorgezeichnet. Die Versprechen der Anbieter – unter anderem unbegrenzte Skalierbarkeit, Abrechnung nur von bezogenen Ressourcen und höchste Sicherheitsstandards – sind zu verlockend. Zumeist allerdings nicht vorgezeichnet ist der Weg zurück. Sind die Applikationen und Daten einmal in der Cloud, bleiben sie dort eingeschlossen. Diesen möglichen Vendor Lock-in verglich Marco Bill-Peter mit Applikationen auf Mainframes, die auf den Maschinen ebenfalls eingeschlossen sind. Bill-Peter arbeitet mit seinen rund 80 Kollegen in der Schweizer Niederlassung von Red Hat. Mit der Container-Technologie und OpenShift will er verhindern, dass sich die Anwenderfirmen auf ewig an einen Cloud-Provider binden.

Während der Eröffnungsrede am Zürcher «Red Hat Forum» sprach Bill-Peter davon, dass die Open-Source-Technologie der Container den Kunden die Wahl lasse, wo und wie sie ihre Applikationen betreiben wollen. Container unterstützten sowohl Private Clouds, Hybrid Clouds als auch Public Clouds. Mit Lösungen wie Red Hats OpenShift könnten die containerisierte Anwendungen und Workloads beliebig verschoben werden – auch zwischen den Hyperscalern wie Amazon, Google und Microsoft. Somit erübrigt sich der Vendor Lock-in, sagte der Vice President Customer Experience & Engagement von Red Hat.

Red Hat biete mit der Container-Technologie und der Orchestrierungslösung OpenShift die Voraussetzungen an, um Schweizer Unternehmen bei der Wahl ihrer zukünftigen IT zu unterstützen, sagte Bill-Peter. Der Country Manager Léonard Bodmer ergänzte, dass die Lösungen bereits auf viel Interesse stossen hierzulande. Das dokumentiere auch die Rekordteilnehmerzahl am «Red Hat Forum» von fast 700 registrierten Personen.

Microsoft auf der Red-Hat-Bühne

Noch vor drei Jahren wäre der Vortrag eines Microsoft-Repräsentanten am «Red Hat Forum» undenkbar gewesen. Vor zwei Jahren vereinbarten die beiden Hersteller eine globale Kooperation. Nun konnte sich Marc Holitscher, Chief Technology Officer von Microsoft Schweiz, auf die Bühne wagen. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit Red Hat und beispielsweise den integrierten Support der zwei Anbieter bei Technologiefragen.

Microsoft hat nach den Worten Holitschers erkannt, dass in Anwenderunternehmen selten nur eine Technologie zu finden ist. Oftmals existieren Windows und Linux parallel. Neu könnten nun auch Red Hat (sowie andere Linux-Distributionen) auf Microsofts Cloud-Plattform Azure bereitgestellt werden. Von diesem Angebot werde rege Gebrauch gemacht, sagte der CTO. Alleine seit 2016 habe sich die Anzahl der Open-Source-Workloads auf Azure mehr als verdreifacht. Azure selbst verzeichnete ein vergleichbares Wachstum.

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