Die neue Rolle des Systemadministrators

Microsofts Lösungen für den IT-Betrieb wandeln sich. Dadurch verändert sich auch das Jobprofil des Systemadministrators. Wohin die Reise geht, haben Experten am Microsoft Evolution Day von Digicomp gezeigt.

» Von George Sarpong , 14.09.2017 12:21.

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Der Schulungsanbieter Digicomp hat diese Woche in Zürich zum Microsoft Evolution Day geladen. In verschiedenen Sessions konnten sich die rund 60 Besucher über Microsofts Entwicklungen bei seinen Infrastrukturlösungen informieren. Auf dem Programm standen Themen wie Windows Powershell, Azure Data Lake oder Ausblicke auf technische Highlights der Microsoft-Konferenz Ignite.

Die Cloud löst nicht alle Probleme

Den Auftakt machten die Digicomp-Dozenten Rinon Belegu und Matthias Gessenay. Sie zeigten auf, dass Unternehmen auf die Cloud setzen und sich von Legacy-Systemen entfernen. Die Cloud bringt Vorteile. Das Aufsetzen neuer Lösungen für das Business geht rasch von der Hand. Der Unterhalt wird einfacher und günstiger. «Bei Sharepoint Online leben virtuelle Server aufgrund der Vorhersagen von Predictive Maintenance nur 60 Tage. Danach werden sie automatisch ersetzt», veranschaulichte Belegu die Vorteile.

Ist die Cloud also die Lösung aller Probleme? Wohl kaum. Denn oft werden die Möglichkeiten der Cloud über- oder falsch eingeschätzt, ergänzte Belegus Kollege Gessenay. «Die Cloud ist ein Modell, kein Ort», brachte es Gessenay auf den Punkt. Der Transfer von Workloads in die Cloud sei komplex. Es gebe Lücken zwischen Legacy- und Cloud-Architekturen. Wer die Cloud nutzt, gibt zudem auch einen Teil seiner Kontrolle über die Infrastruktur ab. So werden etwa Softwareupdates über Nacht auf das System aufgespielt. Den Zeitpunkt eines Updates können IT-Verantwortliche schlecht bestimmen. Sie müssen damit leben.

Fachwissen veraltet schneller

Die aktuelle technische Transformation reisst auch die IT-Mitarbeiter mit. Die Halbwertszeit von Fachwissen verkürzt sich laut Gessenay. Früher war IT-Wissen fünf Jahre oder länger aktuell. Heute entstehe ständig neues Wissen. Dadurch wandelt sich auch das Berufsbild des Systemadministrators, wie Gessenay betonte. 

Was das bedeutet, verdeutlichte Belegu in einer Breakout-Session zu den Highlights von Microsofts Ignite.

An der Konferenz, die Ende September in Orlando stattfindet, werde auch Powershell ein Thema sein. Der Trend gehe in Richtung Vereinfachung von Administrationsarbeiten.

Generalisten trennen sich in Spezialisten und Ausführende

Mit dem Modul Phosphor etwa könnten IT-Verantwortliche Bedienoberflächen in Powershell programmieren. Auf diese Weise könnten Programmierer für Support-Mitarbeiter Bedienoberflachen vorbereiten, die nur bestimmte Arbeitsschritte zulassen. Auf diese Weise sollen etwa Schäden durch unbedachte Handlungen vermieden werden.

Durch die Standardisierung, man könnte auch Gängelung sagen, werde sich die Schere bei den Systemadministratoren weiter öffnen. Künftig wird es Mitarbeiter für den 1st-Level-Support geben – sofern sich deren Jobs nicht automatisieren lassen. Auf der anderen Seite wird es mehr Spezialisten geben. Für KMUs werde es dadurch schwieriger Mitarbeiter für die IT-Abteilung zu rekrutieren und zu halten prophezeite Belegu. Denn Spezialisten dürfte die Verwaltung der betrieblichen IT auf Dauer langweilig werden. Diese Entwicklung treibe KMU zusätzlich in die Arme von Anbieter von IT-as-a-Service-Angeboten.

Aus für Job-Protection

«Die letzten 10-15 Jahre konnte man in der Windows-Welt mit dem vorhandenen Wissen überleben.» Diese Zeiten seien vorüber, warnte Belegu. Anstelle von Job-Protection sollten sich Admins mit den Veränderungen auseinandersetzen. Doch wie? Gessenays Tipp: «Treffen Sie Kollegen, tauschen Sie sich aus und reden sie miteinander.» Noch wichtiger sei aber die Technik auszuprobieren, um einordnen zu können, was wichtig ist und was nicht. 

Der Austausch mit den Kollegen in der Branche wird also wichtiger. Hierfür engagiert sich auch Digicomp. Neben Schulungen und Bootcamps baut der Schulungsanbieter derzeit ein Netzwerk von Themengruppen auf der Plattform Meetup auf. In kleinen Gruppen könne sich Fachleute und Interessierte etwa zu Neuheiten bei Powershell austauschen. Vielleicht die Zukunft der Weiterbildung.

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