DevOps bedeutet Umbruch für die gesamte Belegschaft

IT-Abteilungen mit DevOps-Organisation realisieren Projekte gemäss Experten effizienter und zahlreicher. Grundlegende kulturelle Veränderungen sind dabei jedoch unumgänglich – so der Tenor am DevOps Leadership Forum.

» Von Luca Perler , 28.03.2017 12:20.

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Die Umsetzung von DevOps, also die Verschmelzung von Entwicklung und Betrieb in IT-Abteilungen, findet in immer mehr Schweizer Unternehmen statt. Damit sich IT-Entscheider aus verschiedensten Unternehmen über ihre Erfahrungen mit dem Thema austauschen können, veranstaltete das IT-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen ipt das zweite DevOps Leadership Forum.

Viele Anwesende hoben schliesslich die Hand, als Christoph Schär, Head of Digital Development bei der Swisscom, zu Beginn der Veranstaltung in die Runde fragte, bei wem im Betrieb bereits DevOps-Projekte umgesetzt werden. Beim grössten Schweizer Telko selber, arbeiten IT-Teams bereits seit einiger Zeit an DevOps-Projekten, wie er anschliessend erklärte. Diese seien nun für den gesamten Lebenszyklus eines Produktes zuständig. Die Auswirkungen der Neustrukturierung macht sich gemäss Schär vor allem in der Leistungsfähigkeit der Abteilungen bemerkbar, die dem DevOps-Ansatz entsprechend organisiert sind: «Der Output dieser Abteilungen konnte praktisch verdoppelt werden». Daneben sei auch die Qualität und die Effizienz angestiegen. «So konnten wir etwa Releases schneller stabilisieren», fügt er an.

Bei der Swisscom stellte man jedoch nur in Raten auf DevOps um. «Eine grundlegende Revolution wäre nicht sinnvoll gewesen», sagte Christoph Schär. Erst arbeiteten einzelne Teams im restrukturierten Modus, später kamen weitere dazu. So auch bei der SIX. David Brupbacher, Head IT-Operations, schwärmte ebenfalls von den Vorteilen, die DevOps dem Finanzdienstleister brachte: «Wir konnten die Zeit bis zur Markteinführung von Produkten halbieren.»

Die Kehrseite der Medaille

Trotz aller Vorteile, die eine Umstellung auf DevOps-Betrieb mit sich bringt, wurde den Anwesenden am Leadership Forum auch klargemacht, dass DevOps in IT-Abteilungen seinen Tribut fordern wird. David Brupbacher sagte deutlich: «Bei der Umstellung werden Leute auf der Strecke bleiben». Nämlich jene, die sich nicht an neue Organisationsformen und Anforderungen anpassen könnten, die von DevOps-Projekten vorausgesetzt würden. Mit gezieltem Skill-Management und Coaching könnten sich jedoch jene Mitarbeiter der Veränderung anpassen, die bereit seien, neue Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereiche zu übernehmen.

Doch nicht nur Mitarbeitende sehen sich mit der Einführung von DevOps mit neuen Aufgaben und Zuständigkeiten betraut. Gemäss Jens Wilhelms, Head of Development Foundation bei der Swisscom, kommen dadurch auch grössere Veränderungen auf die Kader zu. «Die Funktion von Personen in Führungspositionen wird sich grundlegend verändern.» Diese müssten künftig vermehrt Coaching-Funktionen einnehmen, weil Teams mit der Reorganisation deutlich an Autonomie gewinnen würden.

Die Experten waren sich am DevOps Leadership Forum deshalb einig darüber, dass eine erfolgreiche Umsetzung von DevOps-Projekten mit der Bereitschaft von Mitarbeitern und Kadern steht und fällt, Veränderungen im eigenen Garten in Kauf zu nehmen.

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