Zensur an der Uni Zürich

Der Chaos Computer Club wirft der Universität Zürich vor, Webseiten zu zensieren. Die Uni widerspricht nicht, sagt aber, dass es dabei nur um pornografische Inhalte geht. «Falsch», sagt der CCC - und liefert Beweise.

» Von Fabian Vogt , 17.03.2014 15:11.

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Zensur an der Uni Zürich. Dies behauptet der Chaos Computer Club (CCC) Zürich auf seiner Webseite: «Wie diversen Hochschulangehörigen, so auch Studierenden und Forschenden der UZH in der letzten Zeit aufgefallen ist, betreibt die UZH spätestens seit der Zeit des E-Mail-Überwachungsskandals um die Affäre Mörgeli und Ritzmann von letztem Jahr jetzt auch noch Sperrungen von Webinhalten, nach dem Vorbild wenig freiheitlicher Staaten». Damit würde die Uni «erneut Unfähigkeit im Umgang mit dem Cyberspace beweisen» und ihre Vorbildfunktion als öffentliche Institution abermals nicht erfüllen». Zudem mache sie sich «technisch lächerlich, Teile des unliebsamen Internets unwirksam zu zensieren.»

Zensiert würden «mit Sicherheit Webseiten, nach einer (kombinierten) Logik von Webadresse und bestimmten Suchbegriffen, wobei abgewandelte Suchbegriffe zu den unerwünschten Inhalten führen können.» Damit würde unter anderem das Recht auf Informationsfreiheit (Bundesverfassung Artikel 17/Absatz 2) missachtet werden.

Mehr als nur Porno

Beat Müller, Sprecher der Uni Zürich, nimmt in der «Neuen Zürcher Zeitung» Stellung zu den Vorwürfen. «Die flächendeckende Filterung erfolgt seit Mitte Februar», gibt er zu. Die Uni Zürich hätte aber nur einen Webfilter in ihren Firewalls installiert, der sie vor pornografische Inhalte schützen soll.

Mit welchen Programm gefiltert werde, sagt Müller nicht. Der Chaos Computer Club will herausgefunden haben, dass es sich um «FortiGuard» handeln muss - und straft das Programm ab: «Diese Müllsoftware erlaubt noch so Manches mehr zu zensieren, so in etwa: Politisch 'extreme' Seiten, oder auch 'Alternative Beliefs'. Dass die UZH ein Unternehmen, das solche Produkte herstellt, finanziell stützt, ist ein Skandal für sich», schreibt der CCC nach seiner Entdeckung. Auch würde die Uni weit mehr als nur Porno-Seiten sperren, sagt der Verein. Als Beweis werden die «Top-42-Nicht-Porno-Seiten» aufgelistet, welche die Uni Zürich sperrt.

Die Schlussfolgerund des CCC: «Das Prinzip der Netzneutralität ist auf jeden Fall mit Füssen getreten und die UZH hat es gewagt, sich auf autoritäre Weise in den Cyberspace einzumischen: Ein Fehler.»

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