Test: Koubachi, der Pflanzenversteher
In unserem Büro haben zurzeit auch Zimmerpflanzen einen WLAN-Anschluss: Koubachi misst Temperatur, Licht und Feuchtigkeit und teilt dem Besitzer via Internet mit, wenn die Pflanze etwas braucht.
Koubachi-Sensor» Von , 14.08.2012 11:14.
Der Name Koubachi hört sich japanisch an, doch dahinter steht die Zürcher Start-up-Firma Koubachi AG. Der gleichnamige Pflanzensensor sieht aus wie ein zu kurz geratener Golfschläger, dessen Schaft man in die Erde einer Topfpflanze steckt. Dort erfühlt das Gerät die Feuchtigkeit, auf der Oberseite des Koubachi befindet sich zudem ein Lichtsensor. Als dritter Faktor wird die Temperatur gemessen. Licht und Temperatur überprüft der Sensor stündlich, die Feuchtigkeit alle fünf Stunden. Einmal pro Tag sendet der Golfschläger die Daten an den Koubachi-Server. Auf der Webseite gibt man an, um welche Pflanze es sich dabei handelt. Die Daten werden dann mit den Soll-Werten der Pflanzenart abgeglichen und darauf basierend dem Benutzer Ratschläge erteilt.
Im Internet sind die aktuellen Messwerte des Sensors ersichtlich
Der persönliche Koubachi-Account ist per Internet auf praktisch jedem Gerät erreichbar. Für Apple-Geräte (iOS) gibt es eine spezielle App, Android-Smartphones können via «Web App», also eine mobilfreundliche Webseite darauf zugreifen.
Das Einrichten ist prinzipiell sehr einfach; allerdings kam die Verbindung mit dem Sensor nicht immer auf Anhieb zustande. Mit einem Netbook klappte es gar nicht; eine Ursache könnte sein, dass Ad-hoc-Verbindungen von Windows 7 Starter Edition offiziell nicht unterstützt werden. Auch später, als alles eingerichtet war, war zuweilen der Koubachi-Server nicht erreichbar. Der Sensor blinkt dann rot.
Damit Koubachi weiss, was zu tun ist, muss man den Namen seiner Pflanze kennen, am besten die genaue lateinische Bezeichnung. Wer keine Ahnung hat, wie die Arten heissen, die er so rumstehen hat, kann mithilfe von Merkmalen wie der Blattform die Pflanze bestimmen – natürlich ohne hundertprozentige Sicherheit. Problematischer ist, wenn eine Spezies nicht in der Koubachi-Datenbank aufgeführt ist. Zum Zeitpunkt des Tests waren etwa 520 Pflanzen aufgelistet, wobei die Datenbank laufend erweitert wird. Die verbreitetsten Zimmerpflanzen sind damit sicher abgedeckt. Draussen sollte man den Sensor übrigens nicht verwenden.

Pflanzeninfo mit Pflegetipps
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Nachdem ich einen Koubachi Sensor einige Wochen lang ausprobiert hatte und restlos begeistert war, habe ich mich mit weiteren Sensoren eingedeckt (mittlerweile insgesamt 8) und alle "problematischen" Pflanzen damit bestückt.
Hauptsächlich ist Koubachi in zwei Situationen von Nutzen: man hat eine neue Pflanze, die sich trotz peinlich genauer Beachtung der Pflegehinweise anscheinend nicht wohl fühlt. Und, wenn man seine grünen Lieblinge zeitweise fremder Obhut anvertrauen muss (z.B. bei längerer Abwesenheit wie Urlaub o.Ä.) Insbesondere in der letztgenannten Situation hat Koubachi vermutlich schon einigen meiner Pflanzen das Leben gerettet (sofern ich die zahlreichen Nachfragen der Art "bist du ganz sicher, dass ich der ... nicht mehr Wasser geben soll?" richtig interpretiere).
Zu den Kritikpunkten
>> Trotz gelungener Umsetzung wird damit die Pflanzenpflege eher komplizierter als einfacher.
>> Für die meisten Leute dürfte nicht einsichtig sein, wieso man sich nun auch noch beim Blumengiessen über Netzwerkverbindungsprobleme ärgern sollte.
Das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Allerdings stelle ich mir schon die Frage, wie man ernsthaft auf die imho grotesk-absurde Idee kommen kann, einerseits die Pflanzenpflege mit Koubachi so hochgradig zu professionalisieren, und andererseits mit "Windows 7 Starter Edition" den Gipfel des Dilettantismus zu besteigen.
Ich würde es einfach mal mit _vernünftiger_ Hardware und einem _richtigen_ OS versuchen. Koubachi lief bei mir vom ersten Moment an mit dem Mac Mini, der meine gesamte Haus-Elektronik steuert, völlig problemlos und fehlerfrei. Übrigens habe ich auch bzgl. Nicht-Erreichbarkeit des Servers nichts bemerkt, allerdings schaue ich auch nicht jede Minute darauf.
Also bitte: fair bleiben, Äpfel zu Äpfeln, Birnen zu Birnen, und nicht ein tadellos und fehlerfrei arbeitendes System wie Koubachi für die Probleme des dysfunktionalen Mists aus Redmond verantwortlich machen!