Roaming ist deutlich günstiger geworden
Bei Sunrise hat sich der Preis seit letztem Jahr halbiert, bei Swisscom ist er um einen Viertel günstiger geworden: Die Kosten für Telefonie und Internet im Ausland sind deutlich gesunken, wie eine Erhebung des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch zeigt. Einzig Orange ist auf dem gleichen Niveau geblieben.
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» Von , 12.06.2012 08:40.
Zwei der drei grossen Telecom-Unternehmen haben ihre Preise gesenkt, und zwar deutlich. Die erfreuliche Botschaft gilt für die Tarife, die beim Telefonieren und Surfen im europäischen Ausland anfallen. Einen Viertel weniger berechnet die Swisscom: Ein definierter Warenkorb von Gesprächsminuten und Datentransfer hatte vor einem Jahr 104 Franken gekostet; jetzt sind es noch 78 Franken. Bei Sunrise haben sich die Kosten von 126 Franken auf 60 Franken sogar halbiert. Orange verharrt auf 71 Franken; vor einem Jahr war Orange noch die günstigste der drei Grossen. Diese Beobachtungen gehen aus einer Erhebung der Roaming-Tarife hervor, die der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch zum zehnten Mal durchgeführt hat.
Günstige Tarife nur auf Bestellung
Doch leider profitieren nicht alle Kunden automatisch von den Reduktionen. Sie müssen dazu vor der Handynutzung im Ausland eine sogenannte Option lösen. Bei einer Option bezahlt der Kunde in der Regel eine Grundgebühr und erhält dafür günstigere Roaming-Tarife für Telefon oder Internet fernab der Schweiz. Allerdings verfolgen Sunrise und Orange weiterhin eine undurchsichtige Strategie mit ihren Optionen. «Wer sich nicht vorgängig informiert und handelt, wird gnadenlos abgezockt», sagt Ralf Beyeler, Telecom-Experte von comparis.ch. Ein Beispiel: Die allermeisten Sunrise-Kunden zahlen für den von comparis.ch definierten Warenkorb ohne Option 378 Franken; mit Option kostet es bloss 60 Franken. Der Mehrpreis beträgt nicht weniger als 530 Prozent.
Bei Grenzübertritt weisen Sunrise und Orange ihre Kunden per SMS lediglich auf die für das jeweilige Land geltenden Roaming-Tarife hin. Diese Information ist rechtlich vorgeschrieben. Von Hinweisen auf günstigere Optionen fehlt meistens jede Spur. Bei Orange kommt hinzu, dass es inzwischen einen Wildwuchs von 12 Optionen gibt. Das Resultat: Die Kunden wissen ohne gründ-liches Studium des Tarifplans gar nicht, dass eine Option für sie in Frage kommen könnte und, falls ja, welche Option für sie am besten ist. «Sunrise und Orange profitieren davon, dass die Kunden nur ungern Zeit für komplexe Tarifpläne aufbringen», sagt Beyeler.
Für die Swisscom gilt dies weniger. Die Differenzen zwischen den Preisen mit und den Preisen ohne Option sind geringer. Zudem hat die grösste Mobilfunk-Betreiberin im Unterschied zu ihren Konkurrentinnen auch ihre Standard-Tarife gesenkt, die fürs Telefonieren und Surfen ohne zu-sätzliche Optionen berechnet werden. Wer keine Option löst, zahlt bei Swisscom in der Regel weniger als die Hälfte im Vergleich zu Sunrise und Orange.
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